Bionik-Projekt wird mit 10 Millionen Euro gefördert2. November 2018 Foto: © lidiia – Fotolia.com Für ihr Kooperations-Projekt „Natural BionicS“, das sich mit bionischer Rekonstruktion und der Entwicklung innovativer Bionik-Technologien befasst hat die MedUni Wien einen ERC-Synergy-Grant erhalten. Das Projekt wird mit insgesamt 10 Millionen Euro gefördert. Einer der drei Projektleiter ist Oskar Aszmann, Leiter des Christian Doppler Labors für Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen an der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der MedUni Wien. Ziel des „Natural BionicS“-Projekts ist es, PatientInnen nach Extremitätenverlust mit diesem neuen Konzept zu behandeln und ihnen so wieder eine möglichst natürliche Körperlichkeit und Funktionalität im Umgang mit moderner Prothetik zu ermöglichen. „Ein zentrales Element ist hierbei die Schaffung eines so genannten Manunkulus“, sagt Aszmann in Anspielung auf das bekannte „Homunkulus“ Konzept (zentrale sensomotorische Bewegungskontrolle). Ziel ist die Etablierung einer biologischen Schnittstelle, welche als Interface verlorener Körperteile mit entsprechenden mechatronischen Ersatzteilen dienen kann. In einem komplexen neuromuskulären Eingriff wird eine Matrix geschaffen, welche Biosignale für modernste Technik greifbar macht und so für die Steuerung bionischer Prothesen herangezogen werden kann. Aszmann: „Zusammen mit neuen Errungenschaften in der Signalübertragung und mechatronischen Entwicklung wird so eine neue Dimension im bionischen Extremitätenersatz eröffnet und eine fast uneingeschränkte Intuitivität der Bewegungskontrolle und Wahrnehmung ermöglicht.“ Die Förderungssumme von 10 Millionen Euro wird zu je einem Drittel auf die drei Projektteilnehmer aufgeteilt, das sind die Medizinische Universität Wien, das Italienische Institut für Technologie in Genua (Projektleiter Antonio Bicchi/Istituto Italiano di Tecnologia) und das Imperial College London (Dario Farina). Bicchi hat einen internationalen Ruf in der Entwicklung von Industrie-Robotern und gilt in der Bionik als Erfinder der „Soft Hand“, die weitaus interaktiver als herkömmliche Prothesen reagiert. Farina hat in den letzten Jahren bahnbrechende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des „Neural Interfacing“ geleistet und wird im Rahmen dieses Forschungsprojekts das komplexe Thema der Signalextraktion und Interpretation bearbeiten. Oskar Aszmann wiederum ist der Experte für das Gesamtkonzept der Bionischen Rekonstruktion und wird hier vornehmlich Konzepte der Biosignalbeschaffung und die klinische Umsetzung vorantreiben. Erstmals wurde dieses Konzept in seinen Grundzügen an der MedUni Wien 2009 umgesetzt und hat in Folge vielen Patienten zu neuer Lebensqualität und Lebensfreude verholfen. Viele namhafte Universitäten (Johns Hopkins, MIT, Harvard, HSS New York, Ann Arbor, U-Michigan) sind in den letzten Jahren mit ähnlichen Konzepten und Forschungsprogrammen nachgezogen.
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