Volle Säle auf dem DKOU 2026 – „Da geht einem Kongress-Präsidenten das Herz auf“21. Oktober 2026 Moderator Henning Quanz mit Kongress-Präsident Frank Hildebrand, Festredner Thomas Bach sowie den Kongress-Präsidenten Jörn Dohle und Wolfgang Böker. Foto: hr/BIERMANN Nach einem erfolgreichen ersten Kongresstag folgte die feierliche Eröffnung des DKOU 2026 mit ersten Eindrücken der Kongresspräsidenten, Preisverleihungen und einer Festrede des Ehrenpräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees. Unter dem Motto „Neue Wege gehen“ ist der DKOU 2026 am Dienstag, den 19. Oktober 2026, gestartet – mit sehr gut besuchten Sessions, wie Dr. Wolfgang Böker einer der drei Kongress-Präsidenten, beobachtet hatte: Der Saal sei bis zum letzten Platz besetzt gewesen, „die Kollegen standen noch – da geht einem Kongress-Präsidenten das Herz auf“ und das sei „toll für einen Dienstag“, wie Böker zu Beginn der feierlichen Eröffnung betonte. Volle Säle und gute Gespräche, so lautete das Fazit von Prof. Frank Hildebrand für diesen ersten Tag des DKOU 2026. Zusammen mit Dr. Jörn Dohle wollten Hildebrand und Böker „neue Wege gehen“. Wo will O & U in einem Jahr stehen? Für Böker und Dohle sind diese neuen Wege vor allem in der sektorenübergreifenden Versorgung der Patienten nötig, während es für Hildebrand vor allem neue Wege braucht, um das Gesundheitssystem krisenfest zu machen. Die Resilienz des Gesundheitssystems in Krise, Krieg und Katastrophe, vom Weißbuch der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) „Traumatologische Versorgung in Katastrophe, Krise, Krieg (3K)“ über die Perspektive anderer europäischer Länder bis hin zu Vorbereitungen in der eigenen Klinik oder Triage-Entscheidungen waren auch Thema mehrerer Sessions an diesem ersten Kongresstag. Mit Blick auf dringende Herausforderungen für das Fach stellte der Moderator der feierlichen Eröffnung des DKOU 2026 Henning Quanz die Frage: „Wie schnell müssen wir oder müssen Sie neue Wege gehen, wo wollen Sie in einem Jahr stehen?“. Hildebrand verwies mit Blick auf das Thema 3K darauf, dass die Fachgesellschaften – nicht die Politik – schon neue Wege gegangen seien: So habe die DGU das TraumaNetzwerk aufgebaut, das jetzt als Vorbild für den Aufbau eines ähnlichen Systems in der Ukraine diene. Aber natürlich müssten sich auch die hiesigen Krankenhäuser besser vorbereiten. Mit Blick auf das Gesundheitssystem konstatierte Dohle, dass dieses durch den demografischen Wandel unter großem Druck stehe. Zum einen gäbe es „eine überalternde Bevölkerung, die versorgt werden will“, gleichzeitig ziehe sich die Generation der Babyboomer aus der medizinischen Versorgung zurück. Dieser zeitliche Druck sollte aber nicht zu Schnellschüssen oder populistischen Ad-hoc-Lösungen verleiten. „Aber wir müssen intensiv an den Themen Prozessinnovation und Effizienzsteigerung arbeiten“, hob Dohle hervor. Gesundheitsminister für einen Tag: Bürokratie abbauen und Sektorengrenzen überwinden Beim Thema sektorenübergreifende Versorgung würde Böker gerne „in einem Jahr da stehen, wo wir am Jahresende sind“. Bei diesem Thema ändere sich im Augenblick manches sehr schnell. Der niedergelassene Orthopäde und Rheumatologe betonte: „Hier tut sich so viel, die Politik ist da so unsicher.“ Er rief dazu auf, sich nicht auch verunsichern zu lassen: „Wir müssen letztendlich das Standing haben als Berufsgruppe zusammen zu stehen und zu überlegen, wie wir in Zukunft die Patienten versorgen und die Zukunft gestalten wollen.“ Und wenn man für einen Tag die Gestaltungsmacht hätte und Gesundheitsminister wäre? Hier waren sich Hildebrand und Böker einig: weniger Bürokratie und mehr Medizin. Am zweiten Tag würde Böker die Überwindung der Sektorengrenzen angehen, nachdem er „alle Formulare verbrannt“ hätte, wie er scherzhaft ergänzte. Für Dohle ist Bürokratieabbau ebenfalls ein dringendes Thema, auch wenn ein Tag sicher nicht ausreiche, um es „zu regeln“. Aber seine Intention wäre, mit Respekt einander zuzuhören, sodass ärztliche Expertise und politisches Handwerk „Hand in Hand“ gehen – auch um „Denkblockaden und Vorurteile“ zu überwinden. Festrede auf der DKOU-Kongresseröffnung: Wo sich Sport und Medizin treffen Zu den Stichworten Zusammenbringen und Vorurteile überwinden, passt auch der olympische Gedanke, „alle in einem friedlichen Wettbewerb zusammen zu bringen“ – gerade in Zeiten kriegerischer Konflikte, den Festredner Thomas Bach hervorhob. Der Olympiasieger im Fechten von 1976 und ehemalige Präsident und Ehrenpräsident des Internationalen Olympischen Komitees spannte in seiner Festrede den Bogen vom „gesunden Geist in einem gesunden Körper“ bis hin zu den gemeinsamen Werten von Sport und Medizin. Bach: „Die Werte des Sports und das ärztliche Ethos treffen sich in einem entscheidenden Punkt: Im Mittelpunkt steht der Mensch.“ Mit seinem Festvortrag auf der Eröffnung des DKOOU 2026 streifte Bach viele Themenbereiche, die sowohl im Sport als auch in der Medizin eine große Rolle spielen, sei es der medizinische Fortschritt, von dem auch Athleten und Athletinnen profitieren, das Thema Prävention oder die wachsende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz. Letztere biete Möglichkeiten zu unterstützen – aber eine sportliche Leistung werde „am Ende immer von einem Menschen erbracht“. (ja/BIERMANN)
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