Blutbasierter Test auf zellfreie DNA zum Screening auf Darmkrebs4. Juli 2024 © Tyler Olson – stock.adobe.com (Symbolbild) Viele Menschen scheuen sich vor dem Darmkrebs-Screening per Koloskopie oder Stuhltest. Daher hätte ein blutbasierter Test das Potenzial, die Screening-Adhärenz zu verbessern, Darmkrebs früher zu erkennen und die durch Darmkrebs bedingte Mortalität zu senken. In einer aktuellen Publikation im „New England Journal of Medicine“ stellen Erstautor Prof. Daniel C. Chung von der Harvard Medical School in Boston, USA, und seine Kollegen die Leistungsmerkmale eines blutbasierten Tests auf zellfreie DNA (cfDNA) in einer Population vor, die für ein Darmkrebs-Screening geeignet ist. Als koprimäre Endpunkte hatten sie die Sensitivität für Darmkrebs und die Spezifität für fortgeschrittene Neoplasien (Kolorektalkarzinome oder fortgeschrittene Krebsvorstufen) vs. Screening-Koloskopie definiert, als sekundären Endpunkt die Empfindlichkeit zur Erkennung fortgeschrittener Krebsvorstufen. Wie sie berichten, umfasste die klinische Validierungskohorte 10.258 Personen, von denen 7861 die Zulassungskriterien erfüllten und auswertbar waren. Bei insgesamt 83,1% der Teilnehmer mit per Koloskopie entdecktem Darmkrebs fiel auch der cfDNA-Test positiv aus, während 16,9% einen negativen Test hatten. Dies weise auf eine Sensitivität des cfDNA-Tests zur Erkennung von Darmkrebs von 83,1% hin (95%-KI 72,2–90,3). Die Sensitivität für Darmkrebs im Stadium I, II oder III betrug den Autoren zufolge 87,5% (95%-KI 75,3–94,1) und die Sensitivität für fortgeschrittene Krebsvorstufen lag bei 13,2% (95%-KI 11,3–15,3). Insgesamt 89,6% der Teilnehmer, bei denen bei der Koloskopie keine fortgeschrittene kolorektale Neoplasie (Kolorektalkarzinom oder fortgeschrittene Krebsvorstufen) festgestellt wurde, hatten einen negativen cfDNA-Bluttest, während 10,4% einen positiven cfDNA-Bluttest hatten. Dies weise auf eine Spezifität für jegliche fortgeschrittene Neoplasie von 89,6% hin (95%-KI 88,8–90,3), führt das Team um Seniorautor Prof. William Grady vom Fred Hutch Cancer Center in Seattle, USA, aus. Die Spezifität für eine negative Koloskopie (kein Darmkrebs oder [nicht]fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen) betrug 89,9% (95%-KI 89,0–90,7). Fazit In einer durchschnittlichen Risikopopulation hatte der blutbasierte cfDNA-Test eine Sensitivität von 83,1% für Darmkrebs, eine Spezifität von 87,5% für fortgeschrittene Neoplasien und eine Sensitivität von 13,2% für fortgeschrittene Präkanzerosen. (sf) Autoren: Chung DC et al. Korrespondenz: Prof. William Grady; [email protected] Studie: A Cell-free DNA Blood-Based Test for Colorectal Cancer Screening Quelle: N Engl J Med 2024;390(11):973–983. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2304714
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