Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung22. September 2021 Sven Brandau des Else Kröner Medical Scientist Kollegs „University Medicine Essen Medical Scientist Academy” mit seiner Mitarbeiterin Ronja Schirrmann. Foto: Jan Tepass Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert mit einer neuer Förderlinie für Medical Scientists zwei Kollegs in Essen und Münster. In Essen steht die Entdeckung neuer Tumormarker und Therapieoptionen im Fokus, in Münster die Dynamik von Entzündungsreaktionen. Erstmalig unterstützt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) zwei Kollegs für Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die im medizinischen Bereich arbeiten (Medical Scientists). Im Fokus der Kollegs steht, dass sich junge, hochtalentierte Grundlagenforschende im medizinischen Bereich etablieren. Ihre Forschung soll im Sinne der klinischen Anwendung optimiert werden. Die Ausschreibung war offen für Konzepte in den beiden Karrierephasen Promotion und Postdoc. Die zwei Standorte Essen und Münster erhielten nun den Zuschlag für die ersten Else Kröner Medical Scientist Kollegs. “University Medicine Essen Medical Scientist Academy”, Sprecher: Prof. Sven Brandau, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Essen Der Fortschritt in den Datenwissenschaften, Biowissenschaften und technischen Disziplinen stellt immer höhere Anforderungen an Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende, die die neuesten Erkenntnisse aus diesen Disziplinen rasch in Nutzen für Patienten umsetzen müssen. Gerade in der Onkologie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten daher dringend erforderlich. Unter Nutzung der wissenschaftlichen und klinischen Ressourcen des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ), einem der führenden Krebszentren in Deutschland, wird die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen ein Medical Scientist Kolleg etablieren, welches die anwendungsbezogene Ausbildung von jungen Forschenden in den Vordergrund stellt. Die Kollegiatinnen und Kollegiaten werden eng mit forschenden Ärztinnen und Ärzten des am Standort bereits bestehenden Clinician Scientist Programms zusammenarbeiten. Im Zentrum des Forschungsprogramms im Kolleg steht die Entdeckung neuer Marker für Tumorerkrankungen sowie die Identifizierung neuer Therapieansätze. Die Projekte können dabei auf Patientendaten und Probenmaterial aus der Klinik und dem WTZ zugreifen. An der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Klinik nutzen sie so die Synergien mit anderen Strukturen der Nachwuchsförderung am Standort. „InFlame – Dynamik von Entzündungsreaktionen“, Sprecherin: Prof. Petra Dersch, Institut für Infektiologie, Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster Petra Dersch des Else Kröner Medical Scientist Kollegs „InFlame – Dynamik von Entzündungsreaktionen“. Foto: WWU – Sophie Pieper Viele schwerwiegende Erkrankungen, darunter Infektionen, Krebs und neurologische Störungen, sind durch Entzündungsreaktionen charakterisiert. Diese tragen maßgeblich zum Schweregrad der Krankheit bei, jedoch sind derzeit für viele Entzündungsreaktionen keine effektiven Therapien bekannt und es bleibt nur eine symptomatische Behandlung. Die Erforschung dieser Entzündungsprozesse und ihrer zugrundeliegenden komplexen Zusammenhänge setzt eine spezifische Kombination von wissenschaftlichen Kenntnissen, Expertisen und modernsten Untersuchungsmethoden voraus. Ziel des Else Kröner Medical Scientist Kollegs „InFlame“ ist es daher, promovierte Grundlagenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in die translationale Forschung einzubinden, ihre wissenschaftliche Karriere zu unterstützen und eine Grundlage für die Entwicklung effektiver Behandlungsmethoden von entzündlichen Erkrankungen zu schaffen. Der Standort Münster bietet dafür mit seinem Medizin-Schwerpunkt Entzündung und Infektion beste Bedingungen. Durch den Schwerpunkt sind zahlreiche Forschungskonsortien und Netzwerke vorhanden, die den Kollegiatinnen und Kollegiaten ein optimales wissenschaftliches Umfeld mit modernster Infrastruktur und eine direkte Anbindung an bestehende translationale Projekte und klinische Studien ermöglichen. So fließen die Forschungsergebnisse der Kollegiatinnen und Kollegiaten direkt in translationale Ansätze.
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