BvDU und DGU fordern in Positionspapier attraktive und gleiche Vergütung für Kliniken und Vertragsärzte11. Mai 2023 Prostatabiopsie sollte nach Ansicht von BvDU und DGU mit in den Katalog für das Ambulante Operieren aufgenommen werden. Grafik: bilderzwerg – stock.adobe.com In einem gemeinsamen Positionspapier zum Ambulanten Operieren fordern der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) und die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) eine Vergütung, die für Kliniken wie für Vertragsärzte gleich ist sowie Hygiene-, Sach-, Vorhalte- und Strukturkosten berücksichtigt. Zudem sollen mehr Operationen in den Katalog aufgenommen werden. Grundsätzlich begrüßen beide urologischen Verbände die Ambulantisierung. Die Ausgestaltung werfe jedoch Fragen, Kritikpunkte und Forderungen auf, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Ziel müsse ein zukunftsfähiges System sein, das die bedarfsgerechte, flächendeckende und wohnortnahe Versorgung sowohl in Krankenhäusern wie auch bei den niedergelassenen Ärzten ermögliche – mit einer für beide Seiten gleichermaßen attraktiven Finanzierung und Planungssicherheit. Mit dem EBM-Katalog in seiner jetzigen Form seien ambulante Operationen nicht kostendeckend zu erbringen, kritisierten BvDU und DGU. Operationen würden aus dem stationären DRG-System in das ambulante EBM-System überführt, ohne den zahlreichen Anforderungen und deren Komplexität gerecht zu werden: Sach-, Hygiene- und Vorhaltekosten würden nicht ausreichend berücksichtigt. Für ambulante Operationen müsse daher ein Vergütungssystem geschaffen werden, welches alle tatsächlichen Kosten abbildet und dynamisch an den Stand des Wissens und an zukünftige technische Entwicklungen angepasst wird, fordern die Verbände. Dies könne als Aufwertung des EBM-Kataloges, als Neu-Erarbeitung von Hybrid-DRGs oder in Form von Fallpauschalen erfolgen. Als mögliche Lösung favorisieren die Verbände eine Vergütung für ambulantes Operieren nach §115f (sektorgleiche Vergütung). Hierbei würde das stationäre Abrechnungssystem in den ambulanten Bereich überführt, dabei könnten Kosteneinsparungen abgebildet werden, ohne dass sie zu Lasten der operierenden Einheit gingen. BvDU und DGU formulieren in ihrem Positionspapier drei konkrete Forderungen: Attraktive und gleiche Vergütung für Kliniken wie für Vertragsärzte: Hier fordern die Verbände, dass vor allem zu Beginn als Anreiz für erforderliche Investitionen und zum Aufbau notwendiger Strukturen im Umfeld von Krankenhäusern und bei Vertragsärzten verstärkt Gelder einfließen müssten. Besonderheiten des therapierten Patientenspektrums sollen berücksichtigt werden. Aufnahme zusätzlicher Leistungen in den Katalog der ambulanten Operationen: Prostatabiopsie, Urodynamik, Botox-Therapie, Wechsel suprapubischer Katheter und der Nephrostomie. Elemente der Vergütung: Die Verbände fordern, dass die Kosten für Hygiene und Aufbereitung der Medizinprodukte, Sach- Vorhalte- und Strukturkosten sowie der Mehraufwand für die Überprüfung der Kontextfaktoren für Ausnahmefälle erstattet bzw. vergütet werden. BvDU und DGU kündigen an, im Rahmen des Ambulanten Operierens in der Urologie weiter gemeinsam daran zu arbeiten, die hochwertige medizinische Versorgung auch beim ausgeweiteten Katalog zum ambulanten Operieren aufrecht zu erhalten sowie Planungs- und Zukunftssicherheit für urologische Zentren, egal ob vertragsärztlich oder klinikgebunden, zu gewährleisten. (BvDU/DGU/ms)
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