Cannabis- und Nikotinkonsum in der Schwangerschaft vervierfacht das Mortalitätsrisiko der Kinder9. Mai 2024 Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com Für Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Cannabis und Nikotin konsumiert haben, besteht ein deutlich höheres Risiko, zu klein für die Schwangerschaftsgröße zu sein, zu früh zur Welt zu kommen oder sogar zu sterben. Das zeigt eine Studie aus „JAMA Network Open“. Da etwa die Hälfte der Frauen, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumieren, auch Tabak- oder Nikotinprodukte konsumieren, deuteten die Ergebnisse auf die Notwendigkeit einer effektiveren klinischen Beratung zu einem frühen Zeitpunkt hin, nämlich während der Zeit vor der Empfängnis und vor der Geburt, sagte der korrespondierende Autor der Studie, Jamie Lo, außerordentliche Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Oregon Health & Science University in Portland, USA. „Mit der zunehmenden Legalisierung von Cannabis im ganzen Land herrscht oft der Eindruck, dass Cannabis in der Schwangerschaft sicher ist“, erklärte Lo. „Da wir wissen, dass viele Menschen, die Cannabis konsumieren, auch Tabak- oder Nikotinprodukte konsumieren, wollten wir die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen sowohl auf die Schwangere als auch auf das Kind besser verstehen.“ „Der Substanzkonsum während der Schwangerschaft ist immer noch mit einem großen Stigma behaftet“, fuhr sie fort. „Da es nur wenige Forschungsergebnisse gibt, die die offiziellen klinischen Empfehlungen unterstützen, kann das Thema sowohl für die Patientinnen als auch für Ärzte schwierig zu handhaben sein. Wir hoffen, dass diese Forschung zu offeneren und produktiveren Gesprächen beiträgt, die letztlich zu einer gesünderen Schwangerschaft führen.“ Die Forscher werteten Krankenhausentlassungsdaten und Vitalstatistiken von mehr als drei Millionen schwangeren Patientinnen mit dokumentiertem Cannabis- und Nikotinkonsum aus. Im Vergleich zu Personen, die keine Substanzen konsumierten, traten bei denjenigen, die nur Cannabis oder Nikotin konsumierten, eine erhöhte Rate an Todesfällen bei Säuglingen und Neugeborenen, geringerer Größe des Kindes und Frühgeburten auf – das Risiko war jedoch noch höher, wenn sowohl Cannabis als auch Nikotin konsumiert wurden. Am auffälligsten war die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen – diese war bei Cannabis- und Nikotinkonsumentinnen viermal so hoch war wie bei Nichtkonsumentinnen. Im Vergleich zu Frauen, die nur Cannabis oder Nikotin konsumierten, war die Rate fast doppelt so hoch. Nach Ansicht des Forschungsteams können diese Ergebnisse den Angehörigen der Gesundheitsberufe bei der Schwangerschafts- und Schwangerenberatung als Orientierungshilfe dienen, insbesondere im Hinblick auf die Vorteile des Verzichts auf mindestens eine der beiden Substanzen. Sie unterstützen auch verstärkte Bemühungen, Schwangere über die Risiken von Cannabis und Nikotin aufzuklären. Zu dem multidisziplinären Forschungsteam gehörten auch Eliot Spindel und Cindy McEvoy, die untersuchten, wie die negativen Auswirkens des Rauchens auf die Atemwege von Kindern, deren Eltern während der Schwangerschaft rauchten, gemildert werden können. Das Team um McEvoy fand heraus, dass eine Vitamin-C-Supplementierung bei schwangeren Frauen, die nicht mit dem Rauchen aufhören konnten, die Funktion und Gesundheit der kindlichen Atemwege deutlich verbesserte. Diese verbesserten Ergebnisse blieben bis zum Alter von fünf Jahren bestehen.
Mehr erfahren zu: "Cyberangriff auf die Praxis: BSI unterstützt bei Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie" Cyberangriff auf die Praxis: BSI unterstützt bei Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie Was tun bei einem Cyberangriff auf die eigene Praxis? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstützt Praxen dabei, aktuelle Anforderungen an die Cybersicherheit umzusetzen und dauerhaft zu verankern.
Mehr erfahren zu: "Ependymome: Metabolomische Analyse identifiziert neue Therapieziele" Ependymome: Metabolomische Analyse identifiziert neue Therapieziele Ependymome stellen eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems bei Kindern dar. Eine neue Studie liefert eine systematische Charakterisierung der Stoffwechselprogramme dieser Tumoren und deutet auf potenzielle Angriffspunkte für […]
Mehr erfahren zu: "Versorgungslücke bei stationären Kinderhospizen mindert Lebensqualität betroffener Familien" Versorgungslücke bei stationären Kinderhospizen mindert Lebensqualität betroffener Familien Die Deutschen Kinderhospiz Dienste widersprechen der Einschätzung des Bundesverbandes Kinderhospiz, wonach in Deutschland „ausreichend“ mit stationären Kinderhospizen begedeckt ist.