CDI bei entzündlichen Darmerkrankungen: Studie weist höhere Inzidenz nach7. November 2017 Foto: © Dan Race – fotolia.com Laut einer aktuellen Studie steigt die Inzidenz von Infektionen mit Clostridium difficile (CDI) bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) nicht länger an. Wie Erstautor Dr. Harminder Singh von der University of Manitoba und Kollegen zudem berichten, konnten sie einzigartige Risikofaktoren für CDI bei solchen Patienten identifizieren. Sie weisen außerdem darauf hin, dass eine CDI bei Personen ohne IBD mit einem stärkeren Anstieg der Mortalität assoziiert ist als bei IBD-Patienten. Anders als in bisherigen Studien zu CDI bei IBD, für die monozentrische Daten herangezogen wurden oder denen CDI-Codes aus Verwaltungsdatenbanken zugrunde lagen, verwendeten die Autoren der aktuellen Untersuchung Informationen aus einer bevölkerungsbasierten Kohorte von IBD-Patienten mit labortechnisch bestätigter CDI-Diagnose. Die Wissenschaftler durchsuchten die IBD Epidemiology Database der University of Manitoba sowie die Manitoba-Health-Datenbank zu CDI, um entsprechende Patienten im Zeitraum 2005–2014 zu identifizieren. Zeitliche Tendenzen wurden anhand einer Joinpoint-Regression ermittelt und multivariable Cox-Regressionen eingesetzt, um die Unterschiede in den CDI-Inzidenzraten und der Mortalität nach CDI zwischen Patienten mit und ohne IBD zu untersuchen. Die Analyse ergab, dass IBD-Patienten ein 4,8-mal höheres CDI-Risiko besaßen als Personen ohne IBD. Dabei wurden keine Unterschiede zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gefunden. In keiner der Patientengruppen wurde während des Studienzeitraumes ein Anstieg der CDI-Inzidenz beobachtet. Bei IBD-Patienten stellten die Einnahme von Corticosteroiden, Infliximab oder Adalimumab sowie Metronidazol neben Krankenhauseinweisungen, mehr Notfall-Versorgungen, eine kürzere IBD-Dauer und mehr Komorbiditäten Faktoren für ein erhöhtes CDI-Risiko dar. Obwohl eine CDI sowohl bei Patienten mit als auch ohne IBD die Mortalität erhöhte, war diese nach einer CDI bei IBD-Patienten niedriger als bei Patienten ohne IBD (Hazard Ratio 0,65; 95%-Konfidenzintervall 0,44–0,96).
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