Centella-Wirkstoff im Einsatz gegen resistente Bakterien21. April 2026 Bild: © ittipol – stock.adobe.com Madecassinsäure kann offenbar mehr als nur Hautpflege: Der Pflanzenstoff wirkte in einer aktuellen Studie auch gegen Bakterien, indem er zentrale Prozesse in der Zellatmung stört. Madecassinsäure, bekannt für ihre hautberuhigenden Eigenschaften, zeigt nach aktuellen Untersuchungen der University of Kent erheblich größeres Potenzial im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Mithilfe computergestützter Screenings und Laboranalysen wiesen Forschende nach, dass diese natürliche Substanz aus der asiatischen Heilpflanze Centella asiatica ein wirksames antibakterielles Agens darstellt. Hemmung der Atmungskette in Bakterien Die Studie, veröffentlicht in „RSC Medicinal Chemistry“, zeigt, dass Madecassinsäure das Wachstum antibiotikaresistenter Escherichia coli hemmt, indem sie an den Cytochrom-bd-Oxidase-Komplex bindet – ein für pathogene Bakterien essenzielles respiratorisches Protein, das bei Menschen und Tieren nicht vorkommt. Diese Bindung führt zur Hemmung der bakteriellen Atmung, was auf das Potenzial von Madecassinsäure als neues antimikrobielles Wirkprinzip hinweist. Da die chemische Struktur der Madecassinsäure Modifikationen erlaubt, isolierten die Wissenschaftler den Naturstoff aus einem vietnamesischen Pflanzenextrakt und synthetisierten drei Derivate. Alle Varianten hemmten den Cytochrom-bd-Komplex und blockierten das bakterielle Wachstum. Eine der Varianten zeigte zudem eine bakterizide Aktivität gegenüber E. coli. Mögliche Wirkung in Hautpflegeprodukten Diese Ergebnisse liefern darüber hinaus Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen dieses Pflanzeninhaltsstoffes mit der bakteriellen Hautflora bei topischer Anwendung in Hautpflegeprodukten. Dr. Mark Shepherd von der University of Kent in Canterbury (Vereinigtes Königreich) erklärte: „Pflanzen sind seit Jahrtausenden Quellen natürlicher Arzneimittel. Moderne Forschungsmethoden ermöglichen nun, ihre Wirkmechanismen zu verstehen. Dies ist eine spannende Phase zur Erweiterung unseres Wissens über pflanzliche antimikrobielle Wirkstoffe.“ (ins)
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