chILD: Nutzen einer Langzeittherapie mit Corticosteroiden überwiegt die Nebenwirkungen30. Juli 2024 Foto: © Racle Fotodesign – stock.adobe.com Eine systemische Corticosteroidtherapie zur Behandlung einer interstitiellen Lungenerkrankung bei Kindern hat keine signifikanten Auswirkungen auf die Körpergröße der jungen Patienten. Das zeigt eine dänische Studie. Interstitielle Lungenerkrankungen bei Kindern (chILD) sind selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Bei vielen chILD-Formen gelten systemische Corticosteroide (sCCS) trotz eines breiten Spektrums potenzieller Nebenwirkungen als Haupttherapie. Mithilfe einer deskriptiven Querschnittsstudie haben dänische Wissenschaftler nun die langfristigen Auswirkungen der sCCS-Behandlung auf das Wachstum, die Knochenmineraldichte (BMD) und die Körperzusammensetzung bei chILD untersucht und dabei keine signifikanten Auswirkungen auf die Körpergröße feststellen können. Die Studie umfasste Patienten, bei denen im Zeitraum 1998–2020 an der Universitätsklinik Kopenhagen, Dänemark, vor dem 18. Lebensjahr eine chILD diagnostiziert worden war. Bei 53 (55 % Männer) von 89 infrage kommenden Patienten wurden eine Dual-Röntgen-Absorptiometrie zur Bestimmung der Knochenmineraldichte (BMD), anthropometrische Messungen, eine Bestimmung des Knochenalters und Bluttests durchgeführt. Das mediane Alter der Patienten betrug 19,3 Jahre (Spanne 6,4–30,7). Die Teilnehmer erhielten im Median eine kumulative sCCS-Dosis von 1144 mg (Spanne 135–6178) über einen Zeitraum von 2,0 Jahren (0,1–13,8). Die letzte Dosis wurde 11,7 Jahre (1,2–19,6) vor der Nachuntersuchung verabreicht. Die mittlere Körpergröße (Standardabweichung der Körpergröße [SDS] – Zielhöhe SDS) war zu Beginn der sCCS-Behandlung (Mittelwert -0,55; 95 %-KI -0,91 bis -0,20; p<0,005) und nach Beendigung der sCCS-Behandlung (Mittelwert -0,86; 95 %-KI -1,22 bis -0,51; p<0,001) verringert, hatte sich bei der Mehrheit der Teilnehmer bei der Nachuntersuchung jedoch normalisiert (Mittelwert -0,29; 95 %-KI -0,61 bis 0,03; p=0,07). Der mittlere BMD-Z-Score für die Wirbelsäule und den ganzen Körper betrug -0,34±1,06 bzw. 0,52±1,13, wobei keine signifikante Korrelation zur sCCS-Dosis bestand. Übermäßiges Körperfett (>30 % bei Frauen, >25 % bei Männern) wurde bei 58 % der Patienten festgestellt. Die Langzeitbehandlung mit sCCS führe nicht zu einer signifikanten langfristigen Verringerung der Körpergröße, zeige aber subtile Auswirkungen auf den Anteil der Fettmasse und die BMD, resümieren die Autoren. In Anbetracht des Schweregrads von chILD seien diese langfristigen Auswirkungen von sCCS auf Wachstum und BMD aber akzeptabel. (ej)
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