Christine Klein ist neue Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie11. Januar 2019 Prof. Christine Klein (Autor: DGN/Rosenthal) Zum Jahreswechsel hat Prof. Christine Klein, Lübeck, die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) übernommen. Damit steht zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der Fachgesellschaft, die derzeit mehr als 9500 Mitglieder zählt. Besondere Schwerpunkte sieht die neue Präsidentin in der Stärkung der neurologischen Forschung, insbesondere im Bereich der seltenen Erkrankungen, sowie in der Nachwuchsgewinnung. Außerdem hat sie das innovative Projekt REimagine Medicine angestoßen, das nicht nur Impulse für eine Diskussion über das berufliche Selbstverständnis von Ärzten geben, sondern auch Problemlösungen mit den Mitgliedern erarbeiten will. Klein hat das Amt von Prof. Gereon R. Fink, Köln, übernommen, der nach Einschätzung seiner Nachfolgerin während seiner Amtszeit Herausragendes geleistet hat, und zwar gerade im Bereich der Mitglieder- und Nachwuchsgewinnung. „Natürlich werden wir die von meinen beiden Vorgängern, Prof. Gereon Fink und Prof. Ralf Gold, angestoßenen Projekte wie beispielsweise die erfolgreiche Imagekampagne „Wir sind Neurologie.“ weiter fortführen. Die DGN hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt und daran möchte ich anknüpfen.“ Klein, die u.a. auch Mitglied der DFG-Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung ist, setzt aber auch ganz eigene Schwerpunkte: Sie will als Präsidentin der DGN 2019/20 besonders die neurologische Forschung stärken. Eine ihrer berufspolitischen Forderungen ist es, bessere Arbeitsbedingungen für junge „Clinician Scientists“ zu schaffen: „Wir müssen uns bemühen, die neurologische Forschung für Nachwuchswissenschaftler attraktiver zu gestalten, und zwar gerade auch im Hinblick auf Karrierechancen und Lebensperspektiven.“ Außerdem möchte die neue DGN-Präsidentin neben den etablierten großen Themen wie Schlaganfall oder Multiple Sklerose auch seltene neurologische Erkrankungen in den Fokus der Forschung und der öffentlichen Wahrnehmung rücken, schließlich manifestieren sich etwa 80 Prozent der seltenen Erkrankungen unter anderem mit neurologischen Symptomen. „Kaum ein anderes Fach hat so viele Forschungsinnovationen und neue Therapien hervorgebracht wie die Neurologie. Diese Innovationskraft wollen wir erhalten und Strukturen schaffen, um sie noch weiter auszubauen und auch in neue Forschungsfelder auszuweiten“, so Klein. Darüber hinaus ist Klein mit dem ambitionierten Ziel in das neue Jahr gestartet, die Rahmenbedingungen für die Medizin in Klinik und Forschung zu verbessern. „Erst vor wenigen Monaten haben wir ein Projekt ins Leben gerufen, das nicht weniger möchte, als das bestehende Gesundheitssystem zu hinterfragen und Impulse für einen Wandel zu setzen“. REimagine Medicine will Medizin neu denken und gestalten, insbesondere soll das berufliche Selbstverständnis von Ärzten gestärkt werden: „Wir brauchen mehr Zeit für unsere Patienten, mehr Zeit (und Geld) für unabhängige Forschung, dafür weniger Bürokratie und wirtschaftliche Zwänge. Kurz: Medizin 4.0. Wir Neurologen möchten diese Zukunft der Medizin aktiv mitgestalten.”
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