Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Viele Patienten nehmen auch nach dem Beginn neuartiger Therapien noch Schmerzmittel ein25. November 2022 Foto: © Cimustock/stock.adobe.com Eine Studie unter US-amerikanischen Patienten mit Colitis ulcerosa bzw. Morbus Crohn hat ergeben, dass der Einsatz von Schmerzmitteln weit verbreitet ist. Neuartige Therapien scheinen hier nur eine kleine Erleichterung zu bringen. Wie die Autoren der Untersuchung in der Fachzeitschrift „BMC Gastroenterology“ schreiben, unterstreichen ihre Forschungsergebnisse, dass Patienten mit diesen Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) auch nach Beginn neuartiger Therapien weiterhin Schmerzmittel erhalten. Über Schmerzmedikationen in der Praxis in dieser Population wisse man wenig, erklären die Wissenschaftler. Ihr Ziel war es daher, den Einsatz von Schmerzmitteln 12 Monate vor und nach dem Beginn einer neuartigen Therapie bei Patienten mit neu diagnostizierter CED zu beleuchten. Neuartige Therapien waren im Falle von C. ulcerosa die von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassenen Wirkstoffe Natalizumab, Certolizumab Pegol, Adalimumab, Infliximab, Vedolizumab und Ustekinumab. Bei M. Crohn handelte es sich um Adalimumab, Infliximab, Golimumab, Vedolizumab, Tofacitinib und Ustekinumab. Für ihre retrospektive, beobachtende Kohortenstudie griffen die Autoren auf Abrechnungsdaten von Patienten mit C. ulcerosa oder M. Crohn aus der HealthCore Integrated Research Database (HIRD) zurück. Sie sammelten und analysierten Informationen zu Patienten, die über einen Zeitraum von 12 Monaten (nach Beginn der Behandlung mit diesen neuartigen Therapien) Schmerzmittel einnahmen. Wie die Forschenden berichten, erhielten vor dem Beginn neuartiger Therapien 20,9% der Patienten mit C. ulcerosa (n=373) nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs), während 91,4% mit Glucocorticoiden und 40,8% mit Opioiden sowie 29,5% mit Neuromodulatoren (Antidepressiva, Antikonvulsiva, Muskelrelaxantien) behandelt wurden. In der Gruppe der Patienten mit M. Crohn waren es 23,1% (n=540) für NSAIDs sowie 78,1% für Glucocorticoide und 49,4% für Opioide bzw. 29,3% für Neuromodulatoren. Nach 12-monatiger Behandlung mit neuartigen Therapien berichteten die Patienten über eine Verringerung des Einsatzes von Steroiden (C. ulcerosa: 91,4% vs. 74,3%; p<0,001; M. Crohn: 78,1% vs. 58,9%; p<0,001), Opioiden (C. ulcerosa: 40,8% vs. 36,5%; p=0,194; M. Crohn: 49,4% vs. 41,5%; p=0,004) und NSAIDs (C. ulcerosa: 20,9% vs. 15,8%; p=0,035; M. Crohn: 23,1% vs. 15,0%; p<0,001). Der Einsatz von Neuromodulatoren stieg hingegen signifikant an (C. ulcerosa: 29,5% vs. 35,7%; p=0,006; M. Crohn: 29,3% vs. 33,7%; p=0,007). (ac/ah)
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