Chronische Urtikaria: Erhöhte Prävalenz psychiatrischer Erkrankungen5. März 2020 © MQ-Illustrations – stock.adobe.com In einer aktuell publizierten Studie haben taiwanische Dermatologen die Prävalenz von psychiatrischen Erkrankungen und den Gebrauch entsprechender Medikamente bei Patienten mit chronischer Urtikaria (CU) populationsbasiert untersucht. Die Daten zu der Studie stammen aus Taiwan‘s National Health Insurance Research Database (2011); Als CU-Patienten galten Individuen, die im Jahre 2011 mindestens 2 ambulante Konsultationen aufwiesen und eine Therapie mit einem Antihistaminikum erhielten. Die CU-Patienten wurden entsprechend ihrer Medikation in 3 nach Schweregrad unterschiedene Gruppen eingeteilt. Als psychiatrisch erkrankt galt, wer mindestens drei ambulante Konsultationen und eine Primär- oder Sekundärdiagnose für eine psychiatrische Erkrankung aufwies; als psychiatrische Medikation wurde die Verschreibung von Anxiolytika, Antidepressiva oder Schlafmitteln definiert. Von den insgesamt 167.132 CU-Patienten wiesen 82,5 % eine leichte CU auf, 17 % eine mittelschwere und 0,4 % eine schwere CU. Unter den CU-Patienten wurden eine erhöhte Prävalenz psychischer Erkrankungen sowie eine erhöhte Verschreibung psychiatrischer Medikationen als in den Kontrollgruppen dokumentiert. Das relative Risiko (RR) für psychiatrische Erkrankungen betrug bei Patienten mit leichter CU 1,43, bei Patienten mit mittelschwerer 1,50 und bei Patienten mit schwerer CU 2,32 gegenüber den Kontrollen. Hinsichtlich der Verschreibung von psychiatrischen Medikationen betrugen die RR 1,95, 2,70 und 2,09. Schon in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass es unter CU-Patienten zu einer erhöhten Prävalenz psychiatrischer Erkrankungen kommt, die Raten rangierten hier bei 35 % bis 60 %. Angst, Depressionen und somatoforme Störungen wurden als die unter CU-Patienten am häufigsten nachgewiesenen mentalen Erkrankungen identifiziert. Die Autoren ziehen das Fazit, dass regelmäßige Untersuchungen zur mentalen Gesundheit ein wichtiges Element im effektiven Management der chronischen Urtikaria darstellen und im Therapieplan berücksichtigt werden sollten. (am)
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