Clostridioides difficile: Hartnäckiger als gedacht11. Februar 2020 Grafik: © Axel Kock/Adobe Stock Das Bakterium Clostridioides difficile kann lebensgefährliche Diarrhoe erzeugen und wird für die Mehrzahl von Darminfektionen in Krankenhäusern verantwortlich gemacht. Dies ist laut einer aktuellen Veröffentlichung aber eine nur lückenhafte Erklärung. Ein Forschungsteam vom Massachusetts Institute of Technology und der Universität Wien fand heraus, dass Clostridioides-Infektionen jeglicher Diarrhoe – egal ob behandelt oder unbehandelt – folgen können und die Erkrankung auch über viele Monate hinweg wieder aufflammen kann. Das Bakterium C. difficile kann Giftstoffe ausscheiden, die unter Umständen eine Darmentzündung mit schweren, oft unheilbaren, Durchfällen verursachen. Um den hoch ansteckenden Keimen beizukommen, setzen Krankenhäuser bislang auf intensive Hygieneprogramme sowie die Variation bei der Gabe von Antibiotika – dennoch konnten die Fälle nicht nennenswert gesenkt werden. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass das krankheitserregende Stäbchenbakterium vor allem außerhalb von Krankenhäusern übertragen wird. Da C. difficile auch den Darm nach einer Infektion mit anderen Durfallerregern besiedeln, kann es auch sein, dass derlei Infektionen oft fehldiagnostiziert werden. Das internationale Forschungsteam um Martin Polz vom Massachusetts Institute of Technology und der Universität Wien nutzte in der aktuellen Studie zunächst öffentlich verfügbare Sequenzierungsdaten und analysierte das bisherige Vorkommen. Obwohl alle Daten unterschiedliche Aspekte der Kolonisierung und Ausbreitung aufzeigen, entdeckten die Wissenschafter eine Person, deren Werte die wichtigsten Beobachtungen aus der Studie besonders veranschaulichten. Im Rahmen einer Langzeitbeobachtung, konnte C. difficile auch unmittelbar nach der Genesung von einer Lebensmittelvergiftung nachgewiesen werden. „Während dieser Zeit schwankte das Vorkommen von einem Tag zum nächsten um mehrere Größenordnungen – oft tagelang unter die Nachweisgrenze, bevor es dann zu einem Wiederaufleben kam“, erklärt Polz. Dieses Muster der Besiedlung nach mehr oder weniger starken Darmerkrankungen konnte in weiterer Folge an mehreren Personen beobachtet werden, was letztendlich nahelegt, dass C. difficile Menschen erst in den Tagen unmittelbar nach der Erkrankung besiedelt. Das Bakterium kann über Jahre hinweg im menschlichen Darm verbleiben und das Vorkommen von Tag zu Tag erheblich schwanken. „Bisher hat man geglaubt, dass C. difficile vor allem in Krankenhäusern übertragen wird und sich dort in Menschen, deren Darmflora durch Gabe von Antibiotikagabe geschwächt ist, ansiedeln kann. Die aktuellen Ergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass der Keim wesentlich häufiger auftritt und jeglicher Darmstörung – egal ob durch Antibiotika, anderen Infektionskrankheiten oder einfachen Reisedurchfall verursacht – folgen kann“, so der Mikrobiologe abschließend.
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