Comprehensive Obesity Center Freiburg soll interdisziplinäre Adipositasversorgung stärken2. März 2026 In Freiburg wurde ein neues Fachzentrum für die interdisziplinäre Adipositasversorgung gegründet. Symbolbild: Dieke/stock.adobe.com Das Comprehensive Obesity Center Freiburg (COCF) soll die interdisziplinäre Adipositasversorgung am Universitätsklinikum Freiburg noch besser bündeln. Die neue Struktur wird auf einer Auftaktveranstaltung am Welt-Adipositas-Tag am 4. März 2026 vorgestellt. Trotz Abnehmspritze und täglich neuen Diäten: Übergewicht und Adipositas bleiben eine Volkskrankheit. Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig, ein Viertel der Menschen lebt mit Adipositas. Vor diesem Hintergrund hat das Universitätsklinikum Freiburg das Comprehensive Obesity Center Freiburg (COCF) gegründet. In der neuen Struktur werden internistische, chirurgische, ernährungsmedizinische, psychologische und bewegungsmedizinische Kompetenzen noch stärker als bisher gebündelt. So soll Patientinnen und Patienten eine abgestimmte, stadiengerechte Adipositasversorgung über Fachgrenzen hinweg ermöglicht werden. Die Arbeit des Zentrums wird bei einem Fachkongress am Welt-Adipositas-Tag am Mittwoch, 4. März 2026 in Freiburg vorgestellt. Adipositasversorgung braucht ein Gesamtkonzept „Adipositas ist keine Frage des Körpergewichts allein. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die zahlreiche Folgekrankheiten begünstigt“, sagt Prof. Jochen Seufert, der gemeinsam mit Prof. Goran Marjanovic Geschäftsführer des neuen Zentrums ist. Seufert ist Leiter der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg, Marjanovic Leiter der Sektion für Adipositas und Metabolische Chirurgie an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Auch neue medikamentöse Therapien wie die sogenannte Abnehmspritze können das Problem in der Regel nicht allein lösen. Meist braucht es ein gut abgestimmtes Gesamtkonzept aus medizinischer Behandlung, Ernährungsberatung, Bewegung und psychologischer Unterstützung“, so Marjanovic. Therapieentscheidungen im interdisziplinären Board Zentrales Element des neuen Zentrums ist ein interdisziplinäres Adipositasboard, in dem Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsverläufen besprochen und individuelle Therapieentscheidungen getroffen werden. Dabei werden konservative, medikamentöse, endoskopische und operative Verfahren leitlinienbasiert und gezielt aufeinander abgestimmt. Das medizinische Angebot wird durch strukturierte Bewegungsprogramme, ernährungsmedizinische Konzepte, psychologische Begleitung sowie die Einbindung von Selbsthilfegruppen ergänzt. Je nach Erkrankungsalter werden auch Kinderärztinnen und -ärzte hinzugezogen. Auftaktveranstaltung zum Welt-Adipositas-Tag Auf der Fachveranstaltung werden Expertinnen und Experten in ihren Vorträgen auf zentrale Aspekte der Adipositastherapie eingehen, darunter Ernährung, Bewegung, Schnittstellen zu Diabetes und hormonellen Erkrankungen, chirurgische Verfahren und der speziellen Situation bei Kindern. Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfegruppen werden zudem die Sicht und Möglichkeiten der Betroffenen darstellen. Mehr zum Thema Adipositas: Klinische Adipositas: Große Mehrheit der Betroffenen erfüllt Kriterien Warum sarkopene Adipositas ein unterschätztes Gesundheitsrisiko ist
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