CONKO-007-Studie: Überlebenszeit beim Pankreaskarzinom kann verlängert werden20. November 2025 Am 20. November ist Weltpankreaskarzinom-Tag. (Abbildung/generiert mit KI: © Saira/stock.adobe.com) In einer klinischen Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Erlangen haben Forschende zeigen können, wie das Langzeitüberleben für bestimmte Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs verlängert werden kann. Die Deutsche Krebshilfe förderte die Untersuchung mit 1,9 Millionen Euro. Die Stiftung hat zudem ein Förderprogramm eingerichtet, um eine Forschungsallianz zur Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs aufzubauen. Ziel ist es, die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene zu verbessern. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Oktoberausgabe des „Journal of Clinical Oncology“. Pankreaskarzinom: Bislang niedrige Überlebensrate Ein Grund für die niedrige Überlebensrate von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bekanntermaßen, dass die Diagnose häufig erst in einem späten Stadium erfolgt. Wird der Tumor früh entdeckt, kann er vollständig operativ entfernt werden. Bei fortgeschrittenen Tumoren verhindert aber oft ein ausgedehnter Kontakt zu lebenswichtigen Blutgefäßen eine Operation. „Durch vorangestellte andere Therapien konnte bisher in sehr wenigen Fällen doch noch eine Operation gelingen“, erläutert Studienleiter Prof. Rainer Fietkau von der Strahlenklinik am Universitätsklinikum Erlangen. „Es war aber nicht bekannt, wie die Behandlungen optimal kombiniert werden können, um den Betroffenen ein längeres Überleben durch eine nachfolgende Operation zu ermöglichen. Das herauszufinden, war das Ziel unserer CONKO-007-Studie.“ Auswirkung von Therapiekombinationen An der Studie nahmen an 54 Krebszentren über einen Zeitraum von zehn Jahren 525 Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten teil. Die Probanden musste folgende Kriterien erfüllen, um in die Untersuchung aufgenommen zu werden: So musste der Tumor so weit fortgeschritten sein, dass er als inoperabel galt. Metastasen durften sich aber noch keine gebildet haben. Alle Patienten erhielten zunächst eine Chemotherapie. Wuchs der Tumor in dieser Zeit nicht weiter, wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt weiterhin die Chemotherapie, die übrigen eine Radiochemotherapie (CRT). Tumorentfernung häufiger möglich Bei 36 Prozent der Studienteilnehmern aus beiden Behandlungsgruppen bildete sich der Tumor durch die vorangestellten Therapien so weit zurück, dass er operabel wurde, was die Prognose dieser Patienten verbesserte. Dabei erhöhte die zusätzliche Radiochemotherapie die Chance, dass die Ärzte bei der Operation den kompletten Tumor entfernen konnten. Die Behandlungsgruppe unterschieden sich nicht hinsichtlich des primären Endpunktes (R0-Resektionsrate insgesamt; CRT: 25 % [43/169] vs. Chemotherapie: 18% [30/167]; p = 0,113). Die Analyse der sekundären Endpunkte ergab, dass Operationen mit vergleichbarer Häufigkeit durchgeführt wurden (p=0,91). Die R0-Resektionsrate war bei operierten Patienten nach CRT mit 69,4 Prozent (43/62) höher als nach alleiniger Chemotherapie mit (50% [30/60]; p=0,04). Auch andere Resektionsparameter (Verhältnis R0/R1/R2/keine Resektion) sprachen für den Einsatz der CRT (p=0,02). Einen Unterschied im Gesamtüberleben konnten die Forschenden zwischen den Behandlungsgruppen nicht erkennen (Hazard Ratio [HR] 0,937; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,747–1,174; p=0,57; randomisierte Intention-to-treat-Analyse). Eine Operation war mit einem längeren Gesamtüberleben assoziiert, wie die Forschenden berichten (p<0,001; HR 0,525; 95%-KI 0,408–0,676). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die zusätzliche Therapie einen positiven Einfluss auf das Langzeitüberleben hat. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate war für alle Patienten, die in die Studie aufgenommen wurden, nach der Radiochemotherapie mit zehn Prozent deutlich höher als nach alleiniger Chemotherapie mit 3,8 Prozent. Mit Forschung Therapien verbessern „Die CONKO-007-Studie hat gezeigt, wie die Überlebenszeit von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessert werden kann“, unterstreicht Gerd Nettekoven, Vorstand der Stiftung Deutschen Krebshilfe. „Gerade für diese gefährliche Krebsart, die oft erst spät diagnostiziert wird, ist das ein Fortschritt. Dennoch haben wir bei der Versorgung von Bauchspeicheldrüsenkrebspatientinnen und -patienten noch einen weiten Weg vor uns: Die Heilungschancen liegen nach wie vor weit hinter denen anderer Krebsarten zurück.“ Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Krebshilfe daher die Deutsche Allianz Pankreaskarzinom als besonderes Förderprogramm initiiert. In dieser interdisziplinären Forschungsallianz sollen zukünftig Wissenschaftler aus dem In- und Ausland gemeinsam Forschungsstrategien entwickeln und umsetzen. Das Ziel ist, Antworten auf die bislang ungelösten Fragen in der Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu finden. Für dieses Programm hat die Deutsche Krebshilfe 40 Millionen Euro für einen Förderzeitraum von fünf Jahren bereitgestellt. Die geförderten Projekte werden voraussichtlich im Rahmen des Deutschen Krebskongress im Februar 2026 bekannt gegeben.
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