COVID-19 bei Kindern: Immunzellen der Atemwege besser vorbereitet1. Oktober 2021 © JenkoAtaman – stock.adobe.com (Symbolbild) Kinder haben eine geringere Infektionsrate mit SARS-CoV-2 und ein im Vergleich zu Erwachsenen wesentlich geringeres Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung. Die molekularen Mechanismen, die dem Schutz in jüngeren Altersgruppen zugrunde liegen, sind jedoch noch unbekannt. Um dies näher zu erforschen, führten Wissenschaftler vom Berlin Institut für Gesundheitsforschung in der Charité (BIH) Einzelzell-Transkriptom-Analysen von Proben aus den oberen Atemwegen von SARS-CoV-2-negativen (n=18) und altersgleichen SARS-CoV-2-positiven (n=24) Kindern und entsprechenden Proben von Erwachsenen (n=44) durch. Bei den Analysen zeigte sich bei Kindern eine höhere Basalexpression relevanter Mustererkennungsrezeptoren wie MDA5 (IFIH1) und RIG-I (DDX58) in Epithelzellen der oberen Atemwege, Makrophagen und dendritischen Zellen, was zu einer stärkeren angeborenen antiviralen Reaktion auf eine SARS-CoV-2-Infektion führte als bei Erwachsenen. Darüber hinaus konnten die Forschenden verschiedene Subpopulationen von Immunzellen nachweisen, darunter KLRC1 (NKG2A)+ zytotoxische T-Zellen und eine CD8+ T-Zellpopulation mit einem Gedächtnisphänotyp, der vor allem bei Kindern auftritt. Fazit „Unsere Studie belegt, dass die Immunzellen der Atemwege von Kindern auf die Erkennung von Viren vorbereitet sind, was zu einer stärkeren frühen angeborenen antiviralen Reaktion auf eine SARS-CoV-2-Infektion führt als bei Erwachsenen“, schlussfolgern die Autoren. (ej) Autoren: Loske J et al. Korrespondenz: Roland Eils; [email protected] Studie: Pre-activated antiviral innate immunity in the upper airways controls early SARS-CoV-2 infection in children Quelle: Nat Biotechnol, 18. August 2021 Web: https://doi.org/10.1038/s41587-021-01037-9
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.
Mehr erfahren zu: "Krisen im Gesundheitssystem früher erkennen mit KI" Krisen im Gesundheitssystem früher erkennen mit KI Welche Kliniken könnten bei einer Naturkatastrophe ausfallen? Wie viele Intensivbetten oder Medikamente sind verfügbar? Antworten auf solche Fragen sollen künftig schneller gefunden und aktualisiert werden, um Krisen im Gesundheitssystem früher […]
Mehr erfahren zu: "DGMKG warnt vor schweren Gesichtsverletzungen durch E-Scooter-Unfälle" DGMKG warnt vor schweren Gesichtsverletzungen durch E-Scooter-Unfälle Schwere Gesichtsverletzungen durch E-Scooter-Unfälle: Laut DGMKG betreffen 40 Prozent der Verletzungen den Kopf- und Gesichtsbereich. Die Fachgesellschaft mahnt zur Vorsicht – auch wenn sich die Verletzungen oft gut behandeln lassen.