COVID-19 bei Kindern: Immunzellen der Atemwege besser vorbereitet

© JenkoAtaman – stock.adobe.com (Symbolbild)

Kinder haben eine geringere Infektionsrate mit SARS-CoV-2 und ein im Vergleich zu Erwachsenen wesentlich geringeres Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung. Die molekularen Mechanismen, die dem Schutz in jüngeren Altersgruppen zugrunde liegen, sind jedoch noch unbekannt.

Um dies näher zu erforschen, führten Wissenschaftler vom Berlin Institut für Gesundheitsforschung in der Charité (BIH) Einzelzell-Transkriptom-Analysen von Proben aus den oberen Atemwegen von SARS-CoV-2-negativen (n=18) und altersgleichen SARS-CoV-2-positiven (n=24) Kindern und entsprechenden Proben von Erwachsenen (n=44) durch.

Bei den Analysen zeigte sich bei Kindern eine höhere Basalexpression relevanter Mustererkennungsrezeptoren wie MDA5 (IFIH1) und RIG-I (DDX58) in Epithelzellen der oberen Atemwege, Makrophagen und den­dritischen Zellen, was zu einer stärkeren angeborenen antiviralen Reaktion auf eine SARS-CoV-2-Infektion führte als bei Erwachsenen. Darüber hinaus konnten die Forschenden verschiedene Subpopulationen von Immunzellen nachweisen, darunter KLRC1 (NKG2A)+ zytotoxische T-Zellen und eine CD8+ T-Zellpopulation mit einem Gedächtnisphänotyp, der vor allem bei Kindern auftritt.

Fazit
„Unsere Studie belegt, dass die Immunzellen der Atemwege von Kindern auf die Erkennung von Viren vorbereitet sind, was zu einer stärkeren frühen angeborenen antiviralen Reaktion auf eine SARS-CoV-2-­Infektion führt als bei Erwachsenen“, schlussfolgern die Autoren. (ej)

Autoren: Loske J et al.
Korrespondenz: Roland Eils; [email protected]
Studie: Pre-activated antiviral innate immunity in the upper airways controls early SARS-CoV-2 infection in children
Quelle: Nat Biotechnol, 18. August 2021
Web: https://doi.org/10.1038/s41587-021-01037-9