CRC-Screening mit FIT: Teilnehmerbezogene Risikofaktoren berücksichtigen22. März 2019 Foto: © vchalup/Fotolia Ein Screening auf Kolorektalkrebs (CRC) mithilfe von fäkalen immunchemischen Tests (FIT) kann zwar die CRC-bezogene Mortalität senken, jedoch wird ihre Wirksamkeit durch die begrenzte Genauigkeit von FIT eingeschränkt. Das schreiben die Autoren einer aktuellen Studie und erklären außerdem, dass die Identifizierung von Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen falschen FIT-Befund besteht, das Screening verbessern könnte. Die Evidenzlage dazu sei aber widersprüchlich. Die Arbeitsgruppe führte daher einen systematischen Review und eine Metaanalyse zu den Risikofaktoren für ein falsch-positives bzw. falsch-negatives FIT-Ergebnis im CRC-Screening durch. Die Wissenschaftler fanden in den Literaturdatenbanken Medline und Embase sowie in der Cochrane Library 518 Berichte bis zum Veröffentlichungsstichtag 29. Januar 2017 zu – zum Zeitpunkt der Einladung zu einem FIT – bekannten Risikofaktoren im Rahmen eines CRC-Screenings. Davon wurden 14 Studien mit insgesamt 54.499 Teilnehmern in die Analyse aufgenommen. In der Metaanalyse war männliches Geschlecht mit einem signifikant geringeren Risiko für ein falsch-positives Ergebnis assoziiert (RR 0,84; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,74–0,94), während das Risiko bei Teilnehmern unter einer Therapie mit nicht steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) erhöht war (RR 1,16; 95 %-KI 1,06–1,27). Der Einsatz von Antikoagulanzien wurde in den identifzierten Studien am häufigsten untersucht, ohne aber einen signifkanten Effekt auf eine FIT-Positivität zu besitzen. Männer (RR 1,83; 95 %-KI 1,53–2,19), Screening-Teilnehmer mit einem CRC in der Familienanamnese (RR 1,61; 95 %-KI 1,19–2,15) sowie Personen mit Hyperglykämie (RR 1,29; 95 %-KI 1,02–1,65), Hypertonie (RR 1,50; 95 %-KI 1,14–1,98) und Adipositas (RR 1,38; 95 %-KI 1,11–1,17) besaßen alle ebenso ein signifikant höheres Risiko für ein falsch-negatives Testergebnis wie (ehemalige) Raucher (RR 1,93; 95 %-KI 1,52–2,45). Für das Alter der Screening-Teilnehmer wurde in der Metaanalyse kein systematischer Effekt festgestellt – weder in Bezug auf einen falsch-positiven noch auf einen falsch-negativen FIT. Diese Informationen könnten dazu beitragen, Teilnehmergruppen zu identifizieren, die sich nach einem negativen Testergebnis unter Umständen fälschlicherweise in Sicherheit wähnen, oder um nach einem positiven FIT-Befund unnötige Koloskopien zu vermeiden.
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