Da pfeift‘s im Ohr – Forschung mit Zwickerton18. Oktober 2021 Foto: weyo – stock.adobe.com Wissenschaftler an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wollen den “kleinen Bruder des Tinnitus”, den Zwickerton, besser verstehen. Ein Pfeifen, das nicht mehr überhört werden kann. Millionen Menschen werden täglich vom Tinnitus begleitet. Um die dahintersteckenden Mechanismen besser zu verstehen, forscht Dr. Achim Schilling von der HNO-Klinik an der FAU am Zwickerton, einem künstlich erzeugten kurzen Phantomgeräusch, ähnlich einem Tinnitus. Das mit 400.000 Euro geförderte DFG-Projekt läuft drei Jahre. Alle, die ihn kennen, wissen, dass der Tinnitus keine äußere, physikalische Schallquelle hat und dennoch unüberhörbar ist. Am Tinnitus wird geforscht – allerdings nicht immer unter idealen Bedingungen. Zum Bespiel ist oft unbekannt, unter welchen Umständen genau und wann der Tinnitus das erste Mal auftritt. Hierin liegt der Vorteil des Zwickertons: Er kann kontrolliert ausgelöst werden. Dazu spielt man gesunden Testpersonen oder Versuchstieren ein sogenanntes weißes Rauschen vor, aus dem einige Frequenzen herausgenommen werden. In dieser Frequenzlücke hören die Menschen den Zwickerton, der sich genauso wie ein „echter“ Tinnitus anhört. So lässt sich zum Beispiel steuern, bei welchen Frequenzen und unter welchen Umständen Menschen den Zwickerton hören. Ziel der Forschung von Dr. Schilling und seinem Team ist es, ein Modell zu entwickeln, mithilfe dessen Therapien und Einflüsse auf den Tinnitus getestet werden können. Der Zwickerton ist dabei wichtig, da er es erlaubt, die Forschung in einer besser kontrollierbaren Umgebung durchzuführen „Die Frage, die wir uns stellen ist, ob Zwickerton und Tinnitus angemessen verglichen werden können. Wenn sich herausstellt, dass die neuronalen Mechanismen des Tinnitus und des Zwickertons ähnlich sind, hätten wir fortan ein Modell, das nicht mehr so stark auf Behelfsmittel wie zum Beispiel Computermodelle angewiesen ist,“ sagt Schilling.
Mehr erfahren zu: "Krebsrisiko und Prävention: Diskrepanz zwischen Wissen und Selbsteinschätzung" Krebsrisiko und Prävention: Diskrepanz zwischen Wissen und Selbsteinschätzung Zwei Befragungen zeigen: In der Bevölkerung wird das persönliche Krebsrisiko oft unterschätzt – gleichzeitig bestehen Wissenslücken über Krebsursachen und Krebsrisikofaktoren. Verlässliche und verständliche Informationen sind gefragt.
Mehr erfahren zu: "Mandeloperationen: Wie aussagekräftig ist die Zahl der Entzündungen?" Mandeloperationen: Wie aussagekräftig ist die Zahl der Entzündungen? Wie oft müssen sich die Gaumenmandeln entzünden, bevor eine Mandeloperation sinnvoll ist? Ersten Daten der TOTO-Studie zufolge spielt die Zahl der Entzündungen keine so große Rolle wie gedacht.
Mehr erfahren zu: "Allergische Rhinitis: Nasensekret und Plasma liefern komplementäre Stoffwechselsignale" Allergische Rhinitis: Nasensekret und Plasma liefern komplementäre Stoffwechselsignale Gepaarte Metabolomanalysen liefern Einblicke in lokale und systemische Veränderungen bei Allergischer Rhinitis. Die unter Immuntherapie beobachteten Verschiebungen waren im Nasensekret ausgeprägter als im Plasma.