Darmkrebsfrüherkennung: Wirtschaftlicher mit immunologischem Stuhltest22. Mai 2025 Foto: © DOC RABE Media/stock.adobe.com Trotz höherer Empfindlichkeit sind Multitarget-Stuhl-DNA-Tests (MSDT) für die Früherkennung von Darmkrebs nicht so wirtschaftlich wie immunologische Stuhltests (FIT), wie Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einer aktuellen Untersuchung darlegen. Tests auf verborgenes Blut im Stuhl sind eine wichtige Komponente der Darmkrebsvorsorge und Früherkennung. Die Stuhltests gehören in Deutschland zum gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm und werden für Menschen ab dem Alter von 50 Jahren alle zwei Jahre von den Krankenkassen bezahlt. Die heute verwendeten Tests weisen Blut im Stuhl mithilfe von Antikörpern nach (immunologische Stuhltests, FITs). Multitarget-Stuhl-DNA-Tests (MSDTs), die zusätzlich zum normalen immunchemischen Test auf Blut im Stuhl ausgewählte DNA-Marker nachweisen, besitzen eine höhere Sensitivität als FITs. Trotz ihrer geringeren Spezifität und ihrer mehr als 20-mal höheren Kosten pro Test werden sie vor allem in den USA zunehmend zur Darmkrebsvorsorge eingesetzt. Screening-Kosten pro frühzeitig erkanntem Darmkrebsfall verglichen Doch ist der Einsatz der MSDT auch wirtschaftlich? Forschende vom DKFZ verglichen dazu nun die Screening-Kosten pro frühzeitig erkanntem Darmkrebsfall von FIT, MSDT und so genannten MSDTs der nächsten Generation (N-G MSDT), die ein erweitertes molekulares Panel an DNA-Markern nachweisen.Die Screening-Kosten pro erkannter fortgeschrittener Krebsvorstufe oder pro frühzeitig erkanntem Darmkrebs-Fall fielen bei MSDT-basierten und N-G MSDT-basierten Screenings etwa sieben- bis neunmal höher aus als beim FIT-basierten Screening. In ihren Berechnungen hatten die Forschenden auch die Kosten der Darmspiegelung zur Bestätigung eines positiven Testergebnisses berücksichtigt. Selbst wenn die jetzigen Preise für MSDT- und N-G MSDT-Tests um über 80 Prozent gesenkt würden, lägen die Kosten pro frühzeitig erkanntem Darmkrebs noch deutlich höher als beim FIT-basierten Screening.Studienleiter Prof. Hermann Brenner vom DKFZ, sagt dazu: „Das Hauptargument für MSDT und N-G MSDT war bisher ihre höhere Empfindlichkeit im Vergleich zum FIT. Wir haben jedoch in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sich im Wesentlichen die gleiche Empfindlichkeit und Spezifität ohne zusätzliche Kosten erreichen lässt, wenn wir die Positivitätsschwelle des FIT senken.“ Er ergänzt: „Angesichts leerer Kassen in den Gesundheitssystemen wäre es deutlich wirtschaftlicher, wenn sich der aktuelle Trend steigender MSDT-Nutzungsraten, wie wir ihn in den Vereinigten Staaten beobachten, umkehren ließe.“Die Analysen des Heidelberger Teams basieren auf den Ergebnissen zweier Studien, mit denen die diagnostische Leistungsfähigkeit eines MSDT (Cologuard von Exact Sciences) und eines N-G MSDT (Cologuard Plus von Exact Sciences) mit einem kommerziellen FIT verglichen wurde. Die Autoren legten die von der US-amerikanischen Krankenversicherung Medicare erstatteten Kosten pro Test zugrunde sowie die Teilnahmequoten an Darmspiegelungen zur weiteren Abklärung eines positiven Testergebnisses.Die Testkosten für alle Teilnehmer, einschließlich der Kosten für Folge-Koloskopien, wurden summiert und durch die Anzahl der Teilnehmer mit diagnostiziertem Darmkrebs oder einer fortgeschrittenen Krebsvorstufe dividiert.
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