DEGAM: Allgemeinmedizin fachlich neu verortet1. April 2025 Mit der neuen Fachdefinition möchte die DEGAM die große Bandbreite der Aufgaben der Allgemeinmedizin sichtbar machen und insbesondere die Entwicklung der Forschung abbilden. (Abbildung: © serdon/stock.adobe.com) Im März 2025 hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) eine neue Fachdefinition für die Allgemeinmedizin vorgelegt. Damit wird der Fachgesellschaft zufolge dem wachsenden allgemeinmedizinischen Themen- und Aufgabenspektrum in Versorgung, Forschung und Lehre Rechnung getragen. In den vergangenen Jahren habe sich die Allgemeinmedizin extrem dynamisch entwickelt, erklärt die DEGAM zum Hintergrund. Neben der Versorgung sei sie heute auch in Forschung und Lehre breit aufgestellt. Vor diesem Hintergrund hat die DEGAM die bisherige Fachdefinition Allgemeinmedizin, die inzwischen mehr als 20 Jahre alt ist, neu gefasst. Im Kern stand dabei der Wunsch, die große Bandbreite der Aufgaben der Allgemeinmedizin sichtbar zu machen und insbesondere die wissenschaftliche Perspektive aufzugreifen. Die Fachgesellschaft betont darin außerdem, dass die zentrale Ausprägung im Arbeitsfeld der hausärztlichen Versorgung liegt – damit allerdings nicht ausschließlich gleichgesetzt werden kann. Ebenfalls ein zentraler Punkt in der neuen Fassung ist der Fokus auf Methoden der evidenzbasierten Medizin in Versorgung, Forschung und Lehre. Auch aktuelle Themen wie Prävention, Nachhaltigkeit, hausärztliche Steuerung oder Abbau von Über- und Unterversorgung, die für die hausärztliche Praxis zentral wichtig sind, werden in der neuen Fachdefinition aufgegriffen. Abbildung neuer Entwicklungen Mit der Weiterentwicklung der Allgemeinmedizin in den vergangenen 20 Jahren habe sich auch deren Darstellung in Fachbüchern und wissenschaftlichen Journals verändert, unterstreicht die DEGAM. „Das ist ein guter Zeitpunkt, auch die Fachdefinition zu modernisieren, um diese aktuellen Entwicklungen abzubilden“, kommentiert Prof. Martin Scherer, Präsident der DEGAM. „Besonders wichtig war uns dabei, den Prozess der Erstellung partizipativ zu gestalten. Wir haben im Rahmen des ‚Spitzentreffens Allgemeinmedizin‘ im vergangenen Jahr alle Lehrstühle für Allgemeinmedizin einbezogen, dann die Inhalte im Gesamtpräsidium der DEGAM diskutiert und freuen uns nun, die neue Fassung der Fachdefinition der Öffentlichkeit vorstellen zu können.“Die Allgemeinmedizin als eigene Fachdisziplin ist noch relativ jung. Einen allgemeinmedizinischen Facharzttitel und die entsprechende fachärztliche Ausbildung gibt es erst seit Ende der 1960er-Jahre. Bis dahin waren Hausärzte lediglich Praktische Ärzte. Seitdem, so erklärt die DEGAM, sei viel geschehen, vor allem im universitären Bereich: Heute haben (fast) alle medizinischen Fakultäten eigene Institute und Abteilungen für Allgemeinmedizin. Auch die Forschung hat stark zugenommen: Inzwischen, so die DEGAM, liege „eine beeindruckende Auswahl von qualitativ hochwertigen Studien aus der Allgemeinmedizin“ vor. Außerdem wurde und wird eine bundesweite Forschungsinfrastruktur im hausärztlichen Setting über die „Initiative Deutscher Forschungspraxennetze – DESAM-ForNet“ aufgebaut. Auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung erfuhr eine Weiterentwicklung: Heute gebe es flächendeckend qualitativ hochwertige Fortbildungsangebote für die Allgemeinmedizin, erklärt die Fachgesellschaft. Gleichzeitig seien neue Strukturen für die fachärztliche Weiterbildung unter anderem über die „Kompetenzzentren Weiterbildung“ etabliert und damit neue Werkzeuge zur Qualitätssicherung definiert und umgesetzt worden.
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