Depressionen und Angst bei Mukoviszidosepatienten

© familylifestyle – stock.adobe.com (Symbolbild)

In einer kürzlich publizierten Arbeit berichten die Autoren über die nach ihren Angaben erste Studie in einem der größten Mukoviszidose-Zentren Italiens, in der die internationalen Richtlinien umgesetzt wurden, laut denen bei diesen Patienten jährlich ein Screening hinsichtlich der psychischen Gesundheit erfolgen sollte.

Eingeschlossen in die Untersuchung und gescreent wurden alle Mukoviszidosepatienten aus der entsprechenden Abteilung des Kinderkrankenhauses Bambino Gesù in Rom (Italien) im Alter von ≥12 Jahren (n=167) sowie die Personen, die diese Kinder zu Hause betreuten (n=186).

Die Studienautoren sammelten zudem Daten zur FEV1, zum BMI, zu Lungenexazerbationen, und durch Mukoviszidose bedingten Diabetes. Prävalenzdaten und Assoziationen zwischen psychischen Symptomen und Gesundheits-Outcomes wurden in der Folge untersucht.

Die Forscher stellten fest, dass ein hoher Prozentsatz der Patienten und Pflegepersonen über dem klinischen Grenzwert für Depressionen und Angstzustände lag (37–48% der jugendlichen Patienten, 45–46% der erwachsenen Patienten und 49–66% der Eltern).

Bei den meisten fielen die Werte leicht aus, doch bei >30% lagen sie im Bereich einer mittelschweren bis schweren Störung. Jugendliche Patienten mit mehr pulmonalen Exazerbationen berichteten von stärkeren Angstgefühlen, während erwachsene Patienten mit Hämoptysen in der jüngeren Vergangenheit über stärkere depressive Symptome berichteten.

Fazit
Die Ergebnisse lassen laut den Autoren der in „Respiratory Medicine“ veröffentlichten Studie darauf schließen, dass das psychische Wohlbefinden in die physische Gesundheitsversorgung von Patienten mit komplexen chronischen Atemwegserkrankungen integriert werden sollte. (ac)

Autoren: Graziano S et al.
Korrespondenz: Sonia Graziano; [email protected]
Studie: Rates of depression and anxiety in Italian patients with cystic fibrosis and parent caregivers: Implementation of the Mental Health Guidelines
Quelle: Respir Med 2020;172:106147.
Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2020.106147