Dermatophyteninfektionen: Renaissance des Favus-Erregers in Mitteldeutschland

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Laut einer in „Mycoses“ veröffentlichten Untersuchung einer deutsch-schweizerischen Arbeitsgruppe breitet sich Trichophyton quinckeanum in Deutschland und den angrenzenden Ländern aus.

Bisher wurde der zoophile Dermatophyt und Erreger des Favus über Jahrzehnte hinweg nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen. Doch seit 2014 steigt die Anzahl der Isolate in Mitteldeutschland kontinuierlich, verbunden mit Haut- und Hautanhangsinfektionen wie Tinea capitis oder sogar Kerion Celsi.

Um die Besonderheiten dieser zoophilen Infektion zu identifizieren, erfasste die Arbeitsgruppe um Dr. Silke Uhrlaß und Prof. Pietro Nenoff im medizinischen Labor in Leipzig-Mölbis von März 2014 bis Dezember 2024 550 Isolate von T. quinckeanum.

Die Autoren gehen davon aus, dass dies die bislang höchste nachgewiesene Fallzahl in der Literatur ist. Die Infektionsraten steigen jährlich in den Herbst- und Wintermonaten und sind im Frühjahr und Sommer niedrig. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das Maximum beobachteten die Forschenden 2021 in der aktuellen Epidemie in Mitteldeutschland.

Auch wenn die aktuelle Epidemie abklingt, werden die Infektionszahlen künftig erneut mit den Zyklen der Mäusepopulationen korrelieren, da Mäuse die Hauptquelle sind. Klimaänderungen könnten die Mäusepopulation ebenfalls beeinflussen. Die Übertragung erfolgt meist über Zwischenwirte wie Katzen, seltener über Hunde. (ins)