Deutlicher Rückgang von Gebärmutterhalskrebs durch Impfung3. Februar 2022 Foto: © gamjai – stock.adobe.com Nach der Einführung des HPV-Impfprogramms in England wurde bei jungen Frauen ein erheblicher Rückgang von Gebärmutterhalskrebs und der Inzidenz von CIN3 beobachtet. Das zeigt eine Studie in „The Lancet“. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Personen, denen der Impfstoff im Alter von zwölf bis 13 Jahren angeboten wurde. Die Immunisierung gegen humane Papillomaviren (HPV) mit einem bivalenten Impfstoff (Cervarix) wurde in England im September 2008 eingeführt: Die routinemäßige Impfung wurde Mädchen im Alter von zwölf bis 13 Jahren angeboten, für Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren gab es zwischen 2008 und 2010 ein Nachholprogramm. Milena Falcaro von der Cancer Prevention Group, School of Cancer and Pharmaceutical Sciences am King’s College London, Großbritannien, und Kollegen haben nun die Auswirkungen dieses Impfprogramms auf die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterhalskrebs in situ, d. h. Grad 3 der zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN3), quantifiziert. In der Beobachtungsstudie bestimmten die Wissenschaftler das relative Risiko für Gebärmutterhalskrebs in drei geimpften Kohorten im Vergleich zu früheren Kohorten, die nicht für die HPV-Impfung infrage kamen. Für die Analyse extrahierten sie die Daten eines bevölkerungsbasierten Krebsregisters am 26. Januar 2021 und werteten diese nach Diagnosen von Gebärmutterhalskrebs und CIN3 aus, die vom 1. Januar 2006 bis zum 30. Juni 2019 bei Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren mit Wohnsitz in England gestellt wurden. Insgesamt flossen 13,7 Millionen Jahre Nachbeobachtungszeit von Frauen im Alter von 20 bis maximal 30 Jahren in die Analyse ein. Die geschätzte relative Verringerung der Gebärmutterhalskrebsraten nach Alter bei Impfung betrug 34 % (95 %-Konfidenzintervall [KI] 25–41) für das Alter von 16 bis 18 Jahren, 62 % (95 %-KI 52–71) für das Alter von 14 bis 16 Jahren und 87 % (95 %-KI 72–94) für das Alter von zwölf bis 13 Jahren, verglichen mit der ungeimpften Referenzkohorte. Die entsprechenden Risikoreduktionen für CIN3 betrugen 39 % (95 %-KI 36–41) für die im Alter von 16 bis 18 Jahren verabreichten Impfungen, 75 % (95 %-KI 72–77) für 14 bis 16 Jahre und 97 % (95 %-KI 96–98) für zwölf bis 13 Jahre. Die Forschenden schätzten, dass bis zum 30. Juni 2019 in den geimpften Kohorten in England 448 (95 %-KI 339–556) weniger Gebärmutterhalskrebsfälle und 17.235 (95 %-KI 15.919–18.552) weniger Fälle von CIN3 auftraten, als zu erwarten war. „Das HPV-Impfprogramm hat Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, die nach dem 1. September 1995 geboren wurden, erfolgreich fast eliminiert“, schlussfolgern die Autoren.
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