Deutsche Herzstiftung vergibt erstmalig Wissenschaftspreis der Josef-Freitag-Stiftung19. Juli 2022 v.l.: Armin Welz, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, Preisträger Daniel Finke und Tina Stegmann (in Vertretung von Julius Katzmann), Josef Glaen, Vorsitzender der Josef-Freitag-Stiftung. Foto: Deutsche Herzstiftung/Thomas Hauss Die Deutsche Herzstiftung hat Forschungsvorhaben zum Einfluss von kardiovaskulären Nebenwirkungen von Krebstherapien und zur familiären Hypercholesterinämie ausgezeichnet. Die Deutsche Herzstiftung hat gemeinsam mit dem DGK-Zentrum für Kardiologische Versorgungsforschung (DGK-ZfkVF) erstmalig den Wissenschaftspreis der Josef-Freitag-Stiftung (Dotation 10.000 Euro) verliehen. Das Gutachtergremium bewertete zwei der eingereichten Arbeiten gleichrangig hoch und entschied den Preis zu teilen. „Wir freuen uns sehr, dass die Josef-Freitag-Stiftung einen dauerhaften Wissenschaftspreis zur Förderung der Herz-Kreislaufforschung in Verbindung mit der Deutschen Herzstiftung auslobt und Herzpatienten von den Forschungsergebnissen dieser Förderung profitieren werden“, betonte Prof. Armin Welz, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung anlässlich der erstmaligen Preisverleihung an die beiden Preisträger aus Heidelberg und Leipzig. Dr. Daniel Finke von der Medizinischen Klinik III, Abteilung für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg erhielt den Preis für seine Arbeit „Coronary heart disease, left ventricular function and cardiac biomarkers determine all-cause mortality in cancer patients – a monocenter cohort study”. Durch neue Therapiemöglichkeiten in der Behandlung von Krebs hat sich das Überleben von Krebspatienten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Kardiovaskuläre Nebenwirkungen der Therapien, aber auch direkte Wechselwirkungen von Krebs und Herz haben dadurch an Bedeutung gewonnen. Finke untersuchte den Einfluss einer kardiovaskulären Erkrankung auf das Überleben von Krebspatienten. Die Arbeit konnte aufzeigen, dass eine reduzierte linksventrikuläre Pumpfunktion sowie erhöhte Biomarker neben Diabetes mellitus als unabhängige Faktoren für die Sterberate bei Krebspatienten identifiziert wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Krebspatienten auch aus kardiologischer Sicht als Hochrisikopatienten gelten müssen, und von einer intensivierten kardiologischen Versorgung profitieren könnten. Dr. Julius Katzmann von der Klinik und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig wurde für seine Arbeit „Cutaneous manifestations in familial hypercholesterolaemia“ ausgezeichnet. Bei der familiären Hypercholesterinämie FH handelt es sich um eine angeborene Fettstoffwechselstörung, die häufig unterdiagnostizierte ist und mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht. Die Diagnose beruht auf klinischen Scores wie dem „Dutch Lipid Clinic Network“-Score oder den „Simon Broome Register“-Kriterien. Die genannten Diagnose-Scores beinhalten zwei spezifische Veränderungen der Haut, die auf eine FH hindeuten können. Diese Hautmanifestationen werden in den Scores zur Diagnose der FH hoch gewichtet. Dagegen findet man sie in der klinischen Versorgung eher selten. Die vorliegende Arbeit belegt die niedrige Häufigkeit der Hautmanifestationen in einer aktuellen, deutschlandweiten Kohorte von Patienten mit klinischer Diagnose FH. Zwar gehen die Hautmanifestationen mit einer hohen Spezifität für die Erkrankung einher, die Herausforderung besteht jedoch hauptsächlich darin, geeignete Screening-Programme zu etablieren, um den relevanten Anteil nicht diagnostizierter Patienten zu verringern und damit eine echte Primärprävention der Atherosklerose zu ermöglichen. Die gegenwärtig empfohlenen Diagnose-Scores erscheinen dafür eher ungeeignet.
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