Gewebecharakterisierung bei HFpEF: Kardio-MRT deckt unterschiedliche Krankheitsmechanismen auf

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Einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Eine genaueres Bild dieser lässt sich mittels T1- und T2-Mapping im Kardio-MRT gewinnen. Das zeigt die Studie DECIPHER-HFpEF.

Für die Diagnose der Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) spielt ein erhöhter Füllungsdruck in der linken Herzkammer eine wichtige Rolle. Dieser zeigt jedoch zunächst nur, dass die Füllung des Herzens beeinträchtigt ist. Welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten.

Eine diastolische Funktionsstörung kann beispielsweise dadurch entstehen, dass sich der Herzmuskel nach einem Herzschlag nicht ausreichend entspannt. Eine andere Ursache ist eine erhöhte passive Steifigkeit des Herzmuskels. Beide Mechanismen können zu einem erhöhten Füllungsdruck führen, könnten aber unterschiedliche therapeutische Ansätze erfordern.

Eine multizentrische Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zeigt nun: Mithilfe spezieller MRT-Verfahren lassen sich Veränderungen des Herzmuskelgewebes erfassen, die mit diesen unterschiedlichen Mechanismen der diastolischen Dysfunktion zusammenhängen. Die Ergebnisse der Studie DECIPHER-HFpEF erschienen kürzlich in „JACC: Cardiovascular Imaging“. Sie könnten langfristig zu einer gezielteren Therapieauswahl beitragen.

Kardio-MRT macht Gewebeveränderungen im Herzmuskel sichtbar

In der prospektiven Studie DECIPHER-HFpEF untersuchten Forschende um Prof. Eike Nagel und Prof. Andreas Zeiher vom DZHK-Standort RheinMain und dem Universitätsklinikum Frankfurt an sieben deutschen Zentren Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf HFpEF. Sie kombinierten die kardiale Magnetresonanztomografie (Kardio-MRT) mit einer invasiven Druck-Volumen-Messung des Herzens.

Für die aktuelle Analyse standen Daten von 52 Patientinnen und Patienten mit invasiv bestätigter HFpEF zur Verfügung. Zum Vergleich wurden 32 alters- und geschlechtsangepasste Kontrollpersonen sowie 18 gesunde Freiwillige untersucht. Im MRT setzten die Forschenden T1- und T2-Mapping ein, welche Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Herzmuskelgewebes ermöglichen. Während das T1-Mapping fibrotische Veränderungen sichtbar machen kann, reagiert das T2-Mapping insbesondere auf einen erhöhten Wassergehalt im Gewebe, wie er bei Ödemen und entzündlichen Veränderungen auftreten kann.

Beide Werte waren bei Menschen mit HFpEF deutlich höher als in der Kontrollgruppe. Noch entscheidender war jedoch, womit diese Veränderungen zusammenhingen: Die T1-Werte korrelierten vor allem mit der passiven Steifigkeit des Herzens, die T2-Werte mit der beeinträchtigten aktiven Entspannung. Diese Zusammenhänge bestanden auch dann, wenn der Füllungsdruck sowie klinische Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Bluthochdruck und Diabetes statistisch berücksichtigt wurden. Mit dem Füllungsdruck selbst zeigten die MRT-Werte dagegen keinen signifikanten Zusammenhang.

„Der Füllungsdruck zeigt uns einen wichtigen Zustand des Herzens, sagt aber noch wenig darüber aus, welcher Mechanismus dahintersteht“, erläutert Erstautor Nagel. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Gewebecharakterisierung im MRT zusätzliche Informationen über die zugrunde liegende diastolische Funktionsstörung liefern kann.“

Auffälligkeiten bereits bei normalem Füllungsdruck in Ruhe

Ein weiterer Teil der Studie liefert Hinweise darauf, dass die MRT-Gewebeparameter auch bei Patientinnen und Patienten relevant sein könnten, deren Füllungsdruck in Ruhe noch nicht erhöht ist. 18 symptomatische Patientinnen und Patienten mit normalem Füllungsdruck in Ruhe absolvierten während der invasiven Untersuchung einen Handgrifftest. Bei zwölf von ihnen stieg der Füllungsdruck unter dieser Belastung auf mindestens 16 mmHg. Je höher bereits in Ruhe die T1- und T2-Werte im MRT waren, desto stärker stieg der Füllungsdruck unter Belastung an. Nach Ansicht der Forschenden sprechen die Ergebnisse dafür, dass die MRT-Gewebecharakterisierung Veränderungen abbildet, die durch eine einzelne Messung des Füllungsdrucks in Ruhe nicht vollständig erfasst werden.

Langfristig könnte die MRT-Gewebecharakterisierung somit dazu beitragen, die HFpEF genauer zu charakterisieren. Bevor sich daraus eine klinische Einteilung oder Therapieentscheidung ableiten lässt, sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich. Insbesondere muss geprüft werden, ob die im MRT erfassten Unterschiede auch unterschiedliche Therapieantworten vorhersagen können. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass aus der aktuellen Studie noch keine klinische Anwendung abgeleitet werden kann.

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