Meilenstein am DHZC: 750. Patient erhält Herzunterstützungssystem6. November 2026 Pamela J. (links) erhielt 2014 als erste Patientin am damaligen Deutschen Herzzentrum Berlin ein HeartMate 3. Thomas F. (rechts) ist der 750. Patient, dem System am Zentrum implantiert wurde. (Bild: ©DHZC/Tischer). Das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) hat dem 750. Patienten ein HeartMate-3-System eingesetzt. Die Herzpumpe ist das derzeit weltweit am häufigsten eingesetzte implantierbare System zur langfristigen Unterstützung der linken Herzkammer. Wie das DHZC am Freitag bekannt gab, wurde mit der 750. Implantation eines HeartMate-3-Systems ein Meilenstein seines Kunstherzprogramms erreicht. Insgesamt seien am Zentrum bereits mehr als 3200 langfristige Kreislaufunterstützungssysteme verschiedener Typen eingesetzt worden, teilte das Zentrum mit. Eigenen Angaben zufolge betreibt das DHZC damit Europas nach Fallzahlen größtes Kunstherzprogramm. Für Menschen mit Herzschwäche im Endstadium, denen nach Ausschöpfung anderer Therapien sonst nur eine Herztransplantation bliebe, können die Pumpen die Wartezeit auf ein Spenderherz überbrücken oder eine langfristige Alternative zur Transplantation bieten. Neue ESC-Leitlinie mit Klasse-I-Empfehlung Auch die beim ESC-Jahreskongress am 28. August 2026 in München vorgestellte neue Herzinsuffizienz-Leitlinie empfiehlt jetzt die Implantation eines linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD) für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Ziel ist, das Sterberisiko zu senken und Beschwerden zu lindern. Die Empfehlung gilt sowohl zur Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderorgan als auch zur dauerhaften Therapie. „Die Entwicklung der mechanischen Herzunterstützung ist eng mit der Geschichte unseres Zentrums verbunden. Unsere Teams haben über Jahrzehnte dazu beigetragen, aus einer Behandlung zur kurzfristigen Überbrückung eine langfristige Perspektive für viele Menschen zu machen. Die Implantation des HeartMate 3 bei unserem 750. Patienten steht für diese Erfahrung und für das Zusammenspiel von Medizin, Pflege und Technik. Unser Anspruch ist, diese Therapie weiterzuentwickeln und für jeden Menschen mit fortgeschrittener Herzschwäche die bestmögliche Behandlung zu finden“, sagt Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZC. Fortschritte und bleibende Herausforderungen Moderne Herzpumpen ermöglichen vielen Betroffenen ein Leben außerhalb der Klinik. Infektionen, Blutungen und Schlaganfälle bleiben jedoch erhebliche Risiken. Neben der Weiterentwicklung der Geräte sind die Vorbereitung auf den Eingriff, Schulungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen sowie eine verlässliche Nachsorge entscheidend. Am DHZC gehören dazu eine eigene VAD-Ambulanz und eine rund um die Uhr erreichbare Hotline. „Dass wir Menschen heute über viele Jahre mit einer Herzpumpe begleiten können, ist ein großer Fortschritt. Darauf können alle stolz sein, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir müssen die Systeme selbst, ebenso wie die Vorbereitung auf den Eingriff und die lebenslange Nachsorge kontinuierlich verbessern. Entscheidend ist, Komplikationen weiter zu verringern und den Patientinnen und Patienten möglichst viel Lebensqualität und Selbstständigkeit zu ermöglichen“, sagt Prof. Evgenij Potapov, Leiter des Kunstherzprogramms am DHZC.
Mehr erfahren zu: "Gewebecharakterisierung bei HFpEF: Kardio-MRT deckt unterschiedliche Krankheitsmechanismen auf" Gewebecharakterisierung bei HFpEF: Kardio-MRT deckt unterschiedliche Krankheitsmechanismen auf Einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Eine genaueres Bild dieser lässt sich mittels T1- und T2-Mapping im Kardio-MRT gewinnen. Das zeigt die Studie DECIPHER-HFpEF.
Mehr erfahren zu: "DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten" DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten Moderne Medikamente können bei Adipositas nicht nur das Körpergewicht reduzieren, sondern auch das Risiko schwerer Folgeerkrankungen senken. Dennoch müssen Betroffene die Behandlung bislang meist selbst bezahlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft […]
Mehr erfahren zu: "Widerspruchsregelung als „Gelingensbedingung“ für mehr Organspenden" Widerspruchsregelung als „Gelingensbedingung“ für mehr Organspenden Die Bundesärztekammer hat anlässlich einer Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages ihre Unterstützung für den vorliegenden Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung bei der Organspende bekräftigt.