Diabetische Retinopathie: Nur etwa jeder zweite Diabetiker geht regelmäßig zur Augenkontrolle11. Oktober 2018 IFDA-Generalsekretär Dr. Georg Spital und der Netzhautbefund einer proliferativen Diabetischen Retinopathie. Fotos: © BVA/Spital; BVA/Busse Zur “Woche des Sehens” haben Augenärzte auf die Bedeutung regelmäßiger Augenuntersuchungen für Menschen mit Diabetes mellitus hingewiesen, denn: Aktuell scheint die Screeningrate wieder rückläufig zu sein. Durch die Zuckerkrankheit hervorgerufene Augenkrankheiten sind in der westlichen Welt die häufigste Ursache für Sehbehinderungen und Blindheit bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) an Diabetes mellitus erkrankt. Zu den gefürchteten Folgen gehören Augenkrankheiten, die schon in jungen Jahren zu Sehbehinderung oder gar Erblindung führen können. “Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen”, so der BVA, “sind die Basis, um das Sehvermögen der Betroffenen sicher und langfristig zu bewahren. Bei diesen Untersuchungen fallen Veränderungen an der Netzhaut des Auges auf, lange bevor die Patienten selbst Symptome bemerken. Und dann kann eine Behandlung frühzeitig eingeleitet werden, sodass bleibende Schäden vermieden werden.” Spital: Nur 50 bis 60 Prozent gehen regelmäßig zum Augenarzt Dr. Georg Spital, Generalsekretär der Initiativgruppe Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA) und der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Auge (AGDA), ist jedoch besorgt, denn Zahlen aus dem Disease Management Programm (DMP) Nordrhein wiesen darauf hin, dass die Screeningrate rückläufig sei. Spital: “Es ist anzunehmen, dass nur 50 bis 60 Prozent der Menschen mit Diabetes regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen.” Deshalb werben IFDA/AGDA gemeinsam mit dem BVA dafür, dass die Patienten vermehrt auf die Notwendigkeit der Augenuntersuchungen hingewiesen werden. Spital appelliert insbesondere an Hausärzte und Internisten, an der Aufklärung der Patienten mitzuwirken. BVA: Kontrolluntersuchungen mindestens alle zwei Jahre Mindestens alle zwei Jahre sollten sich Menschen mit Diabetes in der Augenarztpraxis untersuchen lassen; je nach dem Vorliegen von Risikofaktoren oder bereits vorhandenen Augenschäden könne es aber auch jährlich oder häufiger notwendig sein, betont der BVA. Für die Untersuchung werde die Pupille mithilfe von Augentropfen weit gestellt, sodass der Augenarzt die Netzhaut bis in die Randbereiche hinein genau untersuchen könne. Denn ein zu hoher Zuckergehalt im Blut schädige die feinen Blutgefäße, die die Netzhaut versorgen und die dadurch hervorgerufenen Veränderungen seien bei diesem Screening zu erkennen. „Nach der Untersuchung ist durch die erweiterte Pupille die Sehschärfe noch einige Stunden lang verringert”, macht Spital die Diabetes-Patienten auf einen wichtigen Effekt der Untersuchung aufmerksam. Die Patienten sollten daher möglichst nicht selbst mit dem Auto zur Untersuchung fahren. Auf ihrer Internetseite haben IFDA/AGDA wichtige Informationen über diabetische Augenerkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten zusammengetragen: www.diabetes-auge.de
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