Die Haut im Zeichen des Klimawandels9. Dezember 2024 © Tatiana Foxy – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende des IUF – Leibniz-Institutes für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf untersuchten in einer epidemiologischen Studie den Zusammenhang von Temperatur und Luftfeuchtigkeit mit der Alterung der menschlichen Haut. Die globale Erwärmung und extreme Hitzeereignisse wirken sich zunehmend auf die menschliche Gesundheit aus. In entsprechenden Studien werden die Umgebungstemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit als Hitze-Index zusammengefasst, da sie sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Mit steigendem Hitze-Index erhöht sich das Risiko für verschiedene Krankheiten wie Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen. Obwohl die Haut das Organ ist, das in direktem Kontakt mit der Umwelt steht, ist derzeit nicht bekannt, ob die Gesundheit der Haut ebenfalls beeinträchtigt wird. Mechanistische Studien haben Hinweise auf biologische Prozesse geliefert, die durch Hitze beeinflusst werden und zur Hautalterung beitragen können. Die jetzt in Dermatitis veröffentlichte Publikation ist die erste epidemiologische Studie, die den Zusammenhang zwischen Hitze-Index und Hautalterung untersucht. Indien mit seinen unterschiedlichen Klimazonen und höheren Temperaturen im Vergleich zu unseren Breitengraden ist für diese Untersuchungen besonders geeignet. Für die Studie wurden bei 1.510 indischen Frauen aus drei verschiedenen Städten Anzeichen der Hautalterung wie Pigmentflecken und Falten mit Hilfe eines Punktesystems (SCINEXA) erfasst. Zusätzlich wurden Daten zur Umgebungstemperatur und zur relativen Luftfeuchtigkeit, die zu einem Hitze-Index kombiniert wurden, sowie Daten zur ultravioletten Strahlung und zur Luftverschmutzung (Feinstaub <2,5 µm; Stickstoffdioxid) für die letzten 5 Jahre in den entsprechenden Wohngebieten erfasst. Ein angepasstes ordinales multivariates logistisches Regressionsmodell wurde verwendet, um den statistischen Zusammenhang (sog. Assoziation) von Hitze-Index und Hautalterungszeichen zu berechnen. Hierbei zeigte sich, dass mit steigendem Hitze-Index auch die Pigmentierung auf der Stirn sowie grobe Falten wie Krähenfüße und Falten unter den Augen signifikant zunahmen. Diese Assoziationen waren unabhängig vom Alter der Untersuchten sowie von anderen Umweltfaktoren wie der Sonnen-UV-Strahlung, dem Raucherstatus und der Luftverschmutzung. „Dies ist die erste epidemiologische Studie, die zeigt, dass der Klimawandel die Alterung der menschlichen Haut verstärken kann“, kommentiert Prof. Jean Krutmann, der Direktor des IUF, diese von ihm geleitete Studie. „In aktuellen Untersuchungen analysieren wir die hierfür verantwortlichen Mechanismen mit dem Ziel, Schutzstrategien für die Haut zu entwickeln.“ „Wir möchten zudem untersuchen, ob und wie Hitze und Luftverschmutzung bei der Hautalterung zusammenwirken“, ergänzt Prof. Tamara Schikowski, Umweltepidemiologin am IUF.
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