Die Kinderkrebsforschung weiter vorantreiben1. Februar 2019 KiTZ-Direktor Prof. Stefan Pfister erhielt einen Consolidator Grant des ERC. (Foto: Deutsches Krebsforschungszentrum,DKFZ) Prof. Stefan Pfister, Direktor des „Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg“ (KiTZ), hat für sein Projekt BRAIN-MATCH einen ERC Consolidator Grant in Höhe von zwei Millionen Euro eingeworben. Ziel von BRAIN-MATCH ist es, die normale Gehirnentwicklung mit molekularbiologischen Techniken zu charakterisieren und mit den Abläufen bei der Entstehung von Hirntumoren zu vergleichen. Aus den Ergebnissen wollen Pfister und sein Team Ansätze für neue Therapien bei kindlichen Hirntumoren ableiten. „Ich freue mich sehr über den ERC Consolidator Grant, der eine hohe Auszeichnung für unsere Arbeiten darstellt“, sagte Pfister, Professor für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und am Universitätsklinikum Heidelberg. „Wir werden die Fördermittel nutzen, um unsere Aktivtäten in der Erforschung der normalen Gehirnentwicklung und der Identifizierung von Parallelen mit der Entstehung kindlicher Hirntumoren auszubauen. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse werden wir systematisch nach neuen Therapieansätzen suchen.“ Zwar gilt Kinderkrebs allgemein als gut behandelbar. Doch gerade unter den Tumoren des zentralen Nervensystems gibt es immer noch Unterarten, die schwer oder gar nicht auf eine Therapie ansprechen – trotz aller medizinischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte. Mithilfe der ERC-Förderung wollen Pfister und sein Team über 30.000 Gewebeproben aus mehr als 100 unterschiedlichen Hirntumorarten mit modernsten Analyse- und IT-Techniken untersuchen. Dabei berücksichtigen die Wissenschaftler nicht nur molekulare Unterschiede zwischen den Tumorarten, sondern auch verschiedene Krebsentwicklungsstadien. Um die biologischen Ursachen der Tumorentwicklung besser zu verstehen, wollen die Forscher umfangreiche Vergleiche zwischen gesundem Hirngewebe und Tumorgewebe anstellen. Aus den gefundenen Unterschieden ziehen sie Rückschlüsse auf die Ursachen der Tumorentwicklung, um Hinweise auf neue Behandlungsansätze zu bekommen. Kindliche Krebsarten unterscheiden sich häufig fundamental von den unter dem Mikroskop ähnlich oder gleich aussehenden Krebsarten im Erwachsenenalter. Die Erkenntnisse der Krebsforschung im Erwachsenenbereich lassen sich daher nicht 1:1 auf die Kinderonkologie übertragen. „Es ist wichtig, dass wir die Kinderkrebsforschung weiter vorantreiben und so die Biologie kindlicher Tumorarten besser verstehen lernen, damit auch den rund 20 Prozent krebskranken Kindern geholfen werden kann, für die es bisher keine passende Behandlungsmethode gibt“, erklärte Pfister. „Die Förderung unseres Projektes durch das ERC leistet dabei einen wichtigen Beitrag.“
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