Die Kinderurologie im Karussell der Gesundheitspolitik8. September 2026 Wolfgang Rösch moderiert beim DGU-Kongress in Düsseldorf ein Forum zur Kinderurologie. Foto: Rösch Unter dem Titel „Die Kinderurologie im Karussell der Gesundheitspolitik“ beleuchtet am Freitag, 18. September, 15:00–16:30 Uhr, ein Forum beim 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) den schweren Stand einer „vermeintlich wenig lukrativen Subspezialität in Deutschland“. So formuliert es der renommierte Kinderurologe Prof. Wolfgang Rösch, FEAPU, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinderurologie am Universitätsklinikum Regensburg. „Kinder haben in Deutschland keine starke Lobby und haben deshalb immer noch in vielen Bereichen einen schweren Stand. Das gilt in besonderem Maße leider auch, wenn sie einer fachkompetenten Betreuung in der Kinder- und Jugendurologie bedürfen“, so Rösch gegenüber KOMPAKT UROLOGIE. Einheitliche Weiterbildungs- und Rotationsprogramme fehlen Während in vielen europäischen Nachbarländern durch einheitliche Curricula sowie durch strukturierte Weiterbildungsprogramme einschließlich obligatorischer Rotationspläne eine flächendeckende Versorgung an hochspezialisierten Zentren inzwischen gewährleistet sei, sei es bei uns um die kinderurologische Fachkompetenz vielerorts nicht allzu gut bestellt, beklagt der Experte. Als Hauptursachen dafür nennt er das Fehlen einheitlicher Weiterbildungs- und Rotationsprogramme, das fehlende Interesse junger Kolleginnen und Kollegen an einer Subspezialität, „die immer ums Überleben zu kämpfen scheint, obwohl sie unentbehrlich ist“, sowie fehlende Finanzierungskonzepte und mangelnde Wahrnehmung in der (Gesundheits-)Politik. „Kinder- und Jugendurologie muss deshalb neu gedacht werden!“, fordert der Spezialist, der seit April dieses Jahres die Kinderurologie am Marienhaus Klinikum Neuwied-Waldbreitbach mit seiner Expertise unterstützt. Kinderurologie aus Mehrfachperspektive Zu Beginn des DGU-Forums in Raum X der Düsseldorfer Messe ordnet Prof. Jörg Dötsch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln die „Lage des deutschen Gesundheitssystems und [die] politische Beteiligung zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen“ ein, bevor Prof. Anne-Karoline Ebert, Leiterin der Sektion Kinderurologie am Universitätsklinikum Ulm, die „Folgen für Patientenversorgung und Ausbildung“ erläutert. Unter dem Titel „Einen Schritt vor und zwei zurück“ beschreibt Prof. Heiko Reutter,Leiter der Fachabteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Uniklinikum Erlangen, die aktuelle Situation aus Sicht der Selbsthilfe. Dass die Kinderurologie durchaus eine Zukunftsperspektive für junger Ärzte am Beginn der Weiterbildung sein kann, machen darauf hin Florian Birner vom Krankenhaus St. Josef, Regensburg, und Dr. Robert Woidich, FEAPU Fellow in der Ulmer Kinderurologie, deutlich. Welche Lösungsansätze es für die Herausforderungen im Bereich Kinderurologie geben könnte, soll im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert und diskutiert werden. Die Moderation des Forums übernehmen Rösch, DGU-Präsidentin Prof. Susanne Krege und Prof. Björn Volkmer vom khm MVZ Vellmar (Hessen). (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Neue S3-Leitlinie zu Harnrückfluss im Kindes- und Jugendalter Vesikorenaler Reflux: Durchbruch-Harnwegsinfektionen vorhersagen
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