Die Rückkehr eines Meningeoms verhindern20. Juni 2019 Foto: Kzenon- Adobe/Stock Jeder sechste Patient mit einem Meningeom erleidet nach der Therapie einen Rückfall. Die Gründe dafür untersuchen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg nun in einem neuen wissenschaftlichen Verbundprojekt. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Forschung mit 1,75 Millionen Euro. Ein Meningeom ist die häufigste Krebserkrankung des Gehirns. In der Regel umfasst die Therapie das operative Entfernen des Krebsgewebes. Während manche dieser Hirntumoren eher langsam wachsen und nach der Operation nicht wieder auftreten, entwickeln sich andere aggressiv und kehren zurück. Im Rahmen eines von der Deutschen Krebshilfe geförderten Verbundprojekts „Aggressive Meningeome“ wollen Wissenschaftler eines interdisziplinären Konsortiums an sechs bundesweiten Forschungsstandorten nun die biologischen Ursachen dafür entschlüsseln. Bessere Risikobewertung durch Biomarker „Eine genaue Risikoeinschätzung, ob der Hirntumor nach der Operation erneut auftreten wird, wäre für uns sehr wichtig. So könnten wir die Therapie frühzeitig anpassen“, erklärt der Projektleiter Dr. Felix Sahm, Abteilung für Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Untersuchungen des entfernten Krebsgewebes unter dem Mikroskop können bereits einige Anzeichen geben: Deuten die Ergebnisse auf einen schnell (nach)wachsenden Tumor hin, erhält der Betroffene bislang im Anschluss an die Operation eine Strahlentherapie und häufigere Kontrollen durch bildgebende Verfahren. Doch nicht immer zeigen diese Untersuchungen eindeutig, ob eine intensive Nachbehandlung überhaupt notwendig ist. Zudem kann ein Rückfall selbst dann auftreten, wenn das entfernte Gewebe nicht auf einen aggressiven Tumor hindeutet. Das Ziel der Forscher: Schon vor der Operation sollen Blutuntersuchungen und neue bildgebende Verfahren zukünftig Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf ermöglichen. Während der Operation sollen dann die Grenzen zwischen dem Tumor und gesundem Gewebe deutlicher als bisher unterscheidbar sein. Zudem sind die Heidelberger auf der Suche nach Biomarkern als Indikator für den Krankheitsverlauf, die eine bessere Klassifizierung des Tumors und eine individuellere Therapie ermöglichen. Dabei liegt ein Schwerpunkt der Wissenschaftler auch darauf, die Erfahrungen der Patienten mit den verschiedenen Therapieansätzen genauer zu untersuchen. Direkte Anwendung der Laborergebnisse Mittels der gewonnenen Erkenntnisse wollen die Forscher anschließend alternative Therapieverfahren entwickeln, die gezielt an den biologischen Mechanismen des aggressiven Tumors ansetzen. „Wir möchten so unter anderem den Patienten helfen, bei denen wiederholte Operationen und Bestrahlung den Krebs nicht aufhalten konnten“, ergänzt Sahm. In klinischen Studien will das Konsortium abschließend den Erfolg der neu entwickelten Therapien untersuchen.
Mehr erfahren zu: "Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose" Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose Moderne Therapien können Schübe bei Multipler Sklerose (MS) heute wirksam verhindern. Dennoch kann die Erkrankung auch ohne Schübe fortschreiten. Ein neuer blutbasierter Biomarker könnte helfen, diesen Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg […]
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.
Mehr erfahren zu: "Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden" Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden Eine Studie mit mehr als 2.000 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen ergab, dass Depressionen mit strukturellen Unterschieden in einem bestimmten Bereich des Hippocampus einhergingen – unabhängig von wesentlichen Risikofaktoren für die […]