Digitale klinische Studien mit Smartwatches6. Juni 2023 Wearables wie diese Smartwatch können das Spektrum digitaler klinischer Studien erweitern. Foto: ©Arne Dittrich/HAWK Klinische Studien digitalisieren: Das ist das Ziel einer Forschungsgruppe vom Gesundheitscampus Göttingen. Sie veröffentlichten kürzlich einen Kommentar zum Thema Datenerfassung und Auswertung in klinischen Studien zur Herz- und Gefäßgesundheit. Als hilfreich erweisen sich dabei Wearables, welche elektronische patientenbezogene Endpunkte erheben. Klinische Studien sind ein zentrales Element für den Transfer wertvoller Erkenntnisse aus der medizinischen Grundlagenforschung in die klinische Anwendung in Form von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Klassische klinische Studien beginnen mit dem Studiendesign und reichen über die Patientenrekrutierung und die Durchführung von mehrjährigen Studienphasen bis hin zum komplexen Zulassungsprozess. Sie erfordern eine Reihe arbeits- und kostenintensiver Prozesse wie Zeitplanung, papier-basierte Dokumentation und aufwändige multizentrische Vernetzung aller Beteiligten. Zudem müssen Teilnehmende zu den Prüfzentren reisen, um dort von medizinischem Fachpersonal behandelt zu werden, was zu einer geringeren Therapietreue und Studienabbrüchen führt. Prof. Sinje Gehr, Dr. Nandha Kumar Balasubramaniam und Prof. Christoph Rußmann vom Gesundheitscampus Göttingen an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) sind sich sicher: Durch den Einsatz digitaler klinischer Studien unter der Einbindung elektronischer patientenbezogener Endpunkte (ePROs) können diese Prozesse effizienter und patientenzentrierter gestaltet werden. Gemeinsam haben sie einen Kommentar in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Medicine“ zu dem Thema veröffentlicht. Mobile Geräte, sogenannte Wearables wie beispielsweise Smartwatches oder sensorische Geräte, können ihrer Ansicht nach das Spektrum digitaler klinischer Studien erweitern. So könnten beispielsweise durch die 24-Stunden-Überwachung von Herzkranken mittels Smartwatch-basiertem Elektrokardiogramm Risikozustände frühzeitig erkannt und Interventionen eingeleitet werden. Die große Menge an generierten Daten würde ein umfassenderes Bild über die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten und Medizinprodukten liefern. Darüber hinaus könnten auf Basis der Daten und gestützt durch Künstliche Intelligenz neue Biomarker für die Diagnostik erforscht werden. Ergänzende ePROs haben ihnen zufolge das Potential, eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen medizinischem Personal und Patientinnen und Patienten zu unterstützen und ein ganzheitliches Bild sowie Veränderungen des Gesundheitszustands der Erkrankten transparent aufzuzeigen. Der Gesundheitscampus Göttingen ist eine Kooperation der Universitätsmedizin Göttingen mit der HAWK.
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