Digitale Lungenzwillinge zur besseren ARDS-Behandlung: Ebenbuild erhält Seed-Finanzierung31. März 2022 Das Ebenbuild-Gründerteam (v. l. n. r.): Wolfgang Wall, Karl-Robert Wichmann, Jonas Biehler und Kei Müller (Foto: © Ebenbuild) Das Software-Start-up Ebenbuild aus dem Health-Tech-Bereich hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt auf Basis von Patientendaten personalisierte Simulationsmodelle von Lungen („digitale Zwillinge“), um die Behandlungsergebnisse bei künstlicher Beatmung von Intensivpatienten mit akutem Atemnotsyndrom (ARDS) zu verbessern. Neben dem High-Tech Gründerfonds und Bayern Kapital, der Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaates, als Lead-Investoren beteiligten sich mehrere renommierte Business Angels am Münchner Start-up. Insgesamt umfasst die Finanzierung 2,5 Millionen Euro. Das Unternehmen Ebenbuild GmbH wurde im April 2019 von Dr. Kei Müller, Dr. Jonas Biehler, Prof. Wolfgang Wall und Dr. Karl-Robert Wichmann nach langjähriger Forschung an der Technischen Universität München gegründet. Das Unternehmen schickt sich mit seinem Produkt an, die künstliche Beatmung von Intensivpatienten mit akutem Atemnotsyndrom sowie die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Dafür entwickelt das Unternehmen auf Grundlage von Patientendaten wie medizinischen Bildern personalisierte Simulationsmodelle der Patientenlungen. Diese „digitalen Zwillinge“ können die Suche nach der optimalen Therapielösung für den Erkrankten erheblich erleichtern. Die virtuellen Modelle von Ebenbuild sind nach Angaben des Unternehmens dazu in der Lage, Luftströme, einwirkende Kräfte und Gewebedehnungen innerhalb der Lunge vorherzusagen und daraus digitale Biomarker zu berechnen. Das helfe Ärzten, die Auswirkungen der Beatmung auf den einzelnen Patienten genau abzuwägen und fundierte Behandlungsentscheidungen zu treffen, heißt es. „Wir sind überzeugt, dass wir nun mit unserem Produkt nach jahrelanger Vorbereitung und mehr als 15 Jahren internationaler Spitzenforschung den klinischen Einsatz ins Auge fassen können“, sagt Ebenbuild-Geschäftsführer und -Gründer Müller. „Jetzt gilt es, mit den neuen finanziellen Mitteln die Weiterentwicklung unseres Prototypen voranzutreiben, um schließlich die Marktreife und Zulassung als Medizinprodukt zu erhalten.“ Ebenbuild entwickele eine „herausragende Technologie“, die physikbasierte Simulation und Methoden der Künstlichen Intelligenz miteinander kombiniere, erläutert Dr. Georg Ried, einer der beiden Geschäftsführer von Bayern Kapital. „Die jahrelange Expertise der Gründer in den Bereichen Biomechanik, Künstliche Intelligenz, Software-Engineering und Forschung macht Ebenbuild zu einem attraktiven Partner für eine stetig wachsende Zahl namhafter klinischer Einrichtungen.“ „Ebenbuild adressiert ein sehr relevantes Problem in der künstlichen Beatmung auf Intensivstationen“, ergänzt Niels Sharman, Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds. „Von der Lösung würden nicht nur Patienten profitieren, sondern auch Ärzte und Kliniken, da so Lungenschäden reduziert, Liegezeiten verkürzt und dadurch auch Kosten gesenkt werden würden.“
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