Digitale Technologien verbessern die Lebensqualität16. Januar 2019 Foto: © b4producer – Fotolia.com Über die Hälfte der jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes nutzt eine digitale Insulinpumpe. Dadurch steigt die Lebensqualität der Betroffenen und die ihrer Familien durch eine Behandlung mit Insulinpumpen erheblich. Darauf machen Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) aufmerksam. Der Typ-1-Diabetes ist bei Kindern und Jugendlichen hierzulande die häufigste Stoffwechselerkrankung. Bei der Therapie gewinnen sogenannte CSII-Systeme („continous subcutaneous insulin infussion“) wie digitale Insulinpumpen immer mehr an Bedeutung: Während 1995 nur knapp ein Prozent der Patienten mit Diabetes Typ 1 solche Verfahren nutzten, sind es mittlerweile 51 Prozent der Kinder und Jugendlichen und bei Betroffenen unter sechs Jahren sogar über 90 Prozent. Die smarten Helfer sind gerade für Kinder und Jugendliche, die oft Unterstützung in der Therapie brauchen, besonders hilfreich: Die modernen Pumpen sind beispielsweise per Bluetooth mit Computern oder Smartphones verbunden – und können etwa per Smartphone-App gesteuert werden. „Integrierte Bolusrechner ermitteln die individuell benötigte Dosis besonders exakt, was ein Vorteil gegenüber anderen Verfahren wie einer herkömmlichen Spritzentherapie ist“, erklärte Prof. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG. Das sei gerade bei jungen Patienten, bei denen die Stoffwechselschwankungen oft besonders groß sind, von zentraler Bedeutung. „Unregelmäßige Bewegung und Nahrungsaufnahme sowie Wachstumsschübe wirken sich erheblich auf den Zuckerstoffwechsel aus – weshalb die Insulindosis besonders häufig schnell angepasst werden muss“, sagte Müller-Wieland. Die Betroffenen und ihre Angehörigen sind in der Therapie dank solcher technischer Hilfsmittel unabhängiger und eigenständiger. Dadurch wird die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen deutlich verbessert: Das zeigte sich beispielsweise bei einem Vergleich darin, dass Mütter, die beim Auftreten der Diabeteserkrankung ihres Kindes von einer Depression betroffen waren, sich wesentlich schneller davon erholen konnten, wenn eine Insulinpumpe anstelle einer Spritzentherapie eingesetzt wurde. „Zudem stellt sich im Alltag heraus, dass beispielsweise Betreuer von Kleinkindern in Einrichtungen solche Verfahren besonders schätzen“, sagte Prof. Thomas Danne, DDG-Experte und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche in Hannover. „So ist die Hemmschwelle beim Bedienen einer digitalen Insulinpumpe deutlich geringer als wenn sie den kleinen Patienten das Insulin selbst spritzen müssen.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass die Technologie besonders sicher ist: So hat eine Auswertung des Kinder-Diabetesregisters (DPV) aus Deutschland, Österreich und Luxemburg gezeigt, dass akute Komplikationen – wie eine schwere Unterzuckerung oder eine Blutübersäuerung durch Insulinmangel – bei jungen Patienten mit Diabetes Typ 1 bei 14.119 Pumpenträgern deutlich seltener auftreten als bei den 16.460 Patienten der Spritzentherapie.
Mehr erfahren zu: "Fette in Säuglingsnahrung können zu frühen Lebererkrankungen beitragen" Fette in Säuglingsnahrung können zu frühen Lebererkrankungen beitragen Bestimmte Fette, die in einigen Säuglingsnahrungen verwendet werden, können die sich entwickelnde Leber belasten und zu frühen Anzeichen einer steatotischen Lebererkrankung beitragen. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die […]
Mehr erfahren zu: "Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar" Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar Häufige Kontrolltermine, Unsicherheiten vor Eingriffen und Sorgen um Schule oder Entwicklung belasten viele Familien mit einem Kind mit angeborenem Herzfehler deutlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg.
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.