Dissektion der Wächterlymphknoten: Kein verlängertes Melanom-spezifisches Überleben8. September 2017 © magele-picture – fotolia.com Die Dissektion der Wächterlymphknoten ist bei Patienten mit einem Lymphknoten-positiven Melanom mittlerer Dicke (1,2–3,5 mm) mit einem Anstieg des Melanom-spezifischen Überlebens assoziiert. Ob sich der Nutzen einer kompletten Dissektion des Wächterlymphknotens auch bei Patienten mit klinisch nachweisbarem Progress zeigt, ist bislang unklar. In einer internationalen Studie wurden nun Melanompatienten mit Metastasen im Wächterlymphknoten einer direkten kompletten Dissektion des befallenen Wächterlymphknotens (Dissektionsgruppe) oder der Observation des Lymphknotens mittels Sonographie (Observationsgruppe) zugeführt. Das Melanom-spezifische Überleben bildete den primären Zielpunkt dieser Untersuchung. Die sekundären Endpunkte waren das krankheitsfreie Überleben sowie die kumulative Rate von Metastasen außerhalb des Wächterlymphknotens. Bei 1934 Patienten einer Intention-to-treat-Population war die direkte Dissektion des Wächterlymphknotens nicht mit einem verlängerten Melanom-spezifischen Überleben assoziiert. In der Per-Protokoll-Auswertung von 1755 Patienten kam es ebensowenig zu einem verlängerten Melanom-spezifischen Überleben. In dieser Auswertung lagen nach einem medianen Follow-Up von 43 Monaten die durchschnittlichen 3-Jahres-Raten des Melanom-spezifischen Überlebens in der Dissektionsgruppe und in der Observationsgruppe gleichauf (86 ± 1,3 % bzw. 86 ± 1,2 %). Die Rate des krankheitsfreien Überlebens nach 3 Jahren war in der Dissektionsgruppe nur wenig höher als in der Observationsgruppe (68 ± 1,7 % bzw. 63 ± 1,7 %). Die Metastasen in den Lymphknoten abseits des Wächterlymphknotens, diagnostiziert bei 11,5 % der Patienten, waren ein starker, unabhängiger Prognosefaktor für Rezidive. Lymphödeme wurden bei 24,1 % der Patienten der Dissektionsgruppe und bei 6,3 % der Patienten der Observationsgruppe festgestellt.
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "„Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher" „Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher Der Tag, an dem die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren, ist in diesem Jahr […]
Mehr erfahren zu: "Bundestag beschließt Notfallreform" Bundestag beschließt Notfallreform Das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung wurde nach 2./3. Lesung mit den Stimmen der Koalition und der Grünen beschlossen. AfD und Linke enthielten sich. Ziel der Reform ist es, Patienten im […]