DIVI richtet dringenden Appell zur Umsetzung der Notfallreform an die Politik9. Dezember 2024 DIVI-Präsident Felix Walcher. (Foto: ©Universitätsklinikum Magdeburg) Im Rahmen des DIVI-Kongresses 2024 betonte der Präsident der intensivmedizinischen Fachgesellschaft Prof. Felix Walcher die Dringlichkeit einer umfassenden Reform der Notfallversorgung in Deutschland. Durch den Bruch der Ampelkoalition, drohe die geplante Notfallreform (NotfallG) auf der Zielgeraden zu scheitern. „Es liegt in der parteiübergreifenden Verantwortung der Politik, die Weichen für eine zukunftsfähige Notfallversorgung zu stellen“, appellierte Walcher bei einer Pressekonferenz anlässlich des Jahreskongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in Hamburg. Zentrale Elemente der geplanten Reform Die geplante Reform der Notfallversorgung zielt darauf ab, die Effizienz und Qualität der Akut- und Notfallmedizin grundlegend zu verbessern. Zu den zentralen Maßnahmen gehören: Einrichtung Integrierter Notfallzentren (INZ): Diese sektorenübergreifenden Versorgungsstrukturen sollen an Krankenhäusern etabliert werden und eine enge Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus-Notaufnahmen und den Kassenärztlichen Vereinigungen sicherstellen. Sie umfassen eine zentrale Ersteinschätzungsstelle, die Patienten je nach Dringlichkeit in die adäquate Versorgungsebene leitet. Einheitliche Mindeststandards für Personal und Ausstattung sowie klare Vorgaben zu Öffnungszeiten sind essenziell für den Erfolg dieser Maßnahme. Die Stärkung des Rettungsdienstes gilt als wesentlicher Baustein für eine zukunftsfähige Notfallversorgung. Die fallabschließende Behandlung am Einsatzort und die Integration in das SGB V sind längst überfällige Schritte, die die Qualität und Effizienz der präklinischen Versorgung deutlich verbessern werden. Akutleitstellen: Die Einführung von Akutleitstellen unter der Rufnummer 116117 soll eine effizientere Steuerung von Patienten ermöglichen. Diese Leitstellen sollen eng mit den Rettungsleitstellen (112) vernetzt werden, um eine medienbruchfreie Übermittlung von Patientendaten in beide Richtungen zu gewährleisten und so Notaufnahmen sowie Rettungsdienste zu entlasten. Digitalisierung und Datenintegration: Eine standardisierte, interoperable Erfassung von Patientendaten ist ein weiterer Baustein der Reform. Dies wird die Prozesse in der Notfallversorgung optimieren und die Patientensicherheit erhöhen. Appell an die Politik „Die geplante Reform ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber sie muss jetzt konsequent umgesetzt werden“, betonte der amtierende DIVI-Präsident Walcher. „Eine weitere Verzögerung hätte substantielle negative Folgen für die Patientenversorgung und das medizinische Personal. Zudem würden die Potenziale einer erheblichen Kostenersparnis sowie einer effizienteren Nutzung der begrenzten Ressourcen nicht ausgeschöpft werden.“ Die DIVI fordert alle Abgeordneten des Bundestages auf, die Reform noch vor dem 20. Dezember 2024 zu verabschieden und dabei auf die Expertise der Fachgesellschaften zurückzugreifen. Mit dieser Reform stehe nicht nur die Qualität der medizinischen Versorgung auf dem Spiel, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in ein funktionierendes Gesundheitssystem, heißt es von der DIVI.
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