DKG: “Windige” Studie ohne wissenschaftlichen Anspruch7. November 2017 Georg Baum äußert die Sorge, dass “immer mehr scheinbar wissenschaftliche Behauptungen von der Öffentlichkeit überhaupt in dieser Form wahrgenommen werden.” Foto: DKG Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert die Bremer Studie über unnötige Krankenhauseingriffe (wir berichteten) als unwissenschaftlich. “Wenn als Ergebnis einer Befragung von 60 Ärzten und Geschäftsführern aus Krankenhäusern abgeleitet wird, dass in deutschen Krankenhäusern ‘nicht selten’ aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert wird, kann dies nicht ansatzweise als validierte oder gar wissenschaftliche Feststellung ernst genommen werden”, erklärt der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. “Der Beitrag der Herren Wehkamp und Naegler hat offensichtlich das Ziel, öffentliche Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erreichen. Die Aneinanderreihung von Behauptungen, die durch ständige Wiederholung und scheinwissenschaftliche Umfragen nicht wahrheitsgehaltiger werden, hält die Konfrontation mit der Realität nicht Stand” Nach DKG-Angaben arbeiten in den fast 2000 deutschen Krankenhäusern mehrere Tausend Krankenhausgeschäftsführer sowie 10.000 Chef- und 40.000 Oberärzte in leitenden Funktionen, insgesamt 180.000 Ärzte. Behandelt werden circa 20 Millionen Patienten stationär und circa 20 Millionen Patienten ambulant. Die von der Bundesregierung initiierte und im Jahr 2014 veröffentlichte Studie zur Ermittlung möglicher medizinisch nicht notwendiger Behandlungen mit umfassenden Datenanalysen habe Behauptungen, es gäbe massenhaft medizinisch nicht notwendige Leistungen, in keinster Weise bestätigen können, betont die DKG. “Richtig ist, dass die Medizin für Krankheitsbilder unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten bietet. Richtig ist auch, dass mögliche Erkrankungen durch Krankenhausaufenthalte abgeklärt werden müssen”, konzediert Baum. “Wenn die Autoren dieser windigen Studie nun zu dem Ergebnis kommen, dass ‘nicht selten aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert’ wird und dass viele unnötige Behandlungen in Krankenhäusern stattfinden, kann darauf nur mit der Sorge geantwortet werden, dass immer mehr scheinbar wissenschaftliche Behauptungen von der Öffentlichkeit überhaupt in dieser Form wahrgenommen werden.” (DKG/ms)
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