Roboterassistierte partielle Nephrektomie auch für größere Tumoren geeignet

Ein cT2-Nierentumor bleibt begrenzt auf die Niere und misst in in seiner größten Ausdehnung 7 cm. Grafik: Bilderzwerg – stock.adobe.com

Die roboterassistierte partielle Nephrektomie (RAPN) stellt laut einer aktuellen Studie für ausgewählte Patienten mit cT2-Nierenzellkarzinom (RCC) eine sichere und hinsichtlich der Nierenfunktion überlegene Alternative zur radikalen Nephrektomie (RN) dar.

Obwohl die RAPN mit einer höheren perioperativen Morbidität einhergeht, seien diese Risiken in spezialisierten Zentren akzeptabel und würden durch die langfristigen Vorteile des nephronsparenden Vorgehens aufgewogen, urteilen die Autoren im „Journal of Urology“.

Erstautorin Rajâa Et-Touzani, Urologin an den Universitätskliniken Dijon und Bordeaux, und ihre Kollegen führten eine retrospektive, multizentrische Studie auf der Basis prospektiv erhobener Daten des französischen Forschungsnetzwerkes UroCCR durch. Mithilfe eines Propensity-Score-Matching, basierend auf klinischen und tumorbezogenen Merkmalen, ordneten die Mediziner die Patienten, die sich einer RAPN oder einer minimal­invasiven RN bei cT2M0-RCC unterzogen hatten, im Verhältnis 1:1 einander zu. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben (DFS) nach 5 Jahren. Zu den sekundären Endpunkten zählten das Gesamtüberleben (OS), die Nierenfunktion, perioperative Ergebnisse, Komplikationen sowie das Erreichen von Trifecta.

Nierenfunktion besser erhalten

Von insgesamt 847 in die Studie eingeschlossenen Patienten stellten die Autoren 250 RAPN- 250 RN-Fällen gegenüber. Die mediane Tumorgröße betrug 8,2 cm in der RN-Gruppe und 8 cm in der RAPN-Gruppe. Die onkologischen Ergebnisse waren vergleichbar: Das DFS nach 5 Jahren lag bei 61 % unter RAPN bzw. 49 % unter RN (p = 0,2), das tumorspezifische Überleben bei 87 % bzw. 94 % (p = 0,8), das metastasenfreie Überleben bei 71 % bzw. 66 % (p = 0,4) und das OS in beiden Gruppen bei 80 % (p = 0,5).

Die RAPN war mit einem besseren Erhalt der Nierenfunktion (mediane Änderung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate nach 5 Jahren: -15 vs. -23 ml/min/1,73 m²), selteneren Verschlechterungen des Stadiums einer chronischen Nierenkrankheit sowie einer geringeren Rate an akutem Nierenversagen verbunden. Schwerwiegende Komplika­tionen traten nach RAPN häufiger auf (6 % vs. 2 %; p = 0,04). Ein Trifecta-Ergebnis wurde in 46 % der RAPN-Fälle erzielt.

(ms/BIERMANN)

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