Ein Jahr mit Cochlea-Implantat: Keine bessere Lebensqualität13. November 2017 Foto: © Monika Wisniewska/fotolia.com Inwieweit verbessert sich die Lebensqualität bei Patienten mit einseitigem Hörverslust durch ein Cochlea-Implantat? Eine Studie ging dieser Fragestellung bei erwachsenen Patienten nach. Ziel der aktuell in den „European Archives of Oto-Rhino-Laryngology“ veröffentlichten Studie war die Evaluierung der Lebensqualität und des Behandlungsnutzens von Patienten mit einseitiger Taubheit vor und ein Jahr nach Cochlea-Implantation. Prospektive Beobachtungsstudie In dieser prospektiven Observationsstudie wurden zehn erwachsene Patienten mit einseitigem Hörverlust eingeschlossen. Sie wiesen auf der Implantatseite unter Zuhilfenahme normaler Hörgeräte kein Sprachverständnis auf und litten auf der Gegenseite lediglich unter keinem oder lediglich marginalem Hörverlust. Um den subjektiven Behandlungsnutzen der Cochlea-Implantation zu ergründen, beantwortete jeder Patient vor und ein Jahr nach dem Eingriff standardisierte Fragebögen. Hinsichtlich der subjektiven Eindrücke im Fragebogen „Speech, Spatial and Qualities of Hearing“ (SSQ) ergaben sich signifikante Unterschiede bezüglich der Teilbereiche „Sprachverstehen“ und „Räumliches Hören“ (Sprachverstehen: 14 Fragen, Räumliches Hören: 17 Fragen sowie Hörqualität: 18 Fragen). Die Antworten der Probanden im „Nijmegen Cochlear Implant Questionnaire“ (NCIQ) zeigte signifikante Unterschiede im Teilbereich „basic sound perception“, jedoch nicht im Gesamtscore des Fragebogens. Das „Glasgow Hearing Aid Benefit Profile“ (GHABP) offenbarte im Durchschnitt eine moderate Zufriedenheit der Probanden hinsichtlich der Teilbereiche „Nutzen der Hörhilfe“ und „verbleibende Behinderung“. Hinsichtlich der mittels EQ-5D-3L erfragten allgemeinen Lebensqualität wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede vor und nach Implantation festgestellt. Behandlungsnutzen ohne Verbesserung der Lebensqualität Das Fazit der Autoren: Nach einem Jahr mit Cochlea-Implantat zeigte sich bei den mittels validierten Fragebögen befragten Patienten ein Behandlungsnutzen. Dieser schlug sich aber nicht in einer Verbesserung der allgemein empfundenen Lebensqualität nieder. Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen die Autoren, ein besonders gründliches Beratungsgespräch vor der Implantation zu führen: Die Patienten sollten adäquat aufgeklärt und alternative Therapieansätze sollten angeboten werden. (am) Quelle: Louza et al. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2017 Jun;274(6):2405-2409.
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