Eine neue Blutuntersuchung könnte dabei helfen, PTBS zu identifizieren31. Dezember 2019 Foto: © indiauniform – Adobe Stock Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine schwere Erkrankung. Mit einer früheren Diagnose könnten mehr Menschen die Hilfe erhalten, die sie so dringend benötigen. Natalie Healey von GlobalData berichtet über eine neue Blutuntersuchung, mit der die Erkrankung genauso spezifisch bestimmt werden kann wie mit einer psychiatrischen Untersuchung. In den letzten 40 Jahren haben die Patienten von Dr. Charles Marmars mit ihm einige der schrecklichsten Ereignisse geteilt. Der Vorsitzende der Psychiatrie und Direktor des Forschungsprogramms für PTBS an der NYU Langone Health hat beispielsweise mit Veteranen, den Überlebenden sexueller Übergriffe und Menschen nach schweren Verkehrsunfällen gesprochen. Das größte Problem ist, dass sich die Patienten oft erst sehr spät, zumeist erst nachdem sie jahrelang gelitten haben, offenbaren. Um dieses Problem anzugehen, ist daher seiner Meinung nach dringend ein effizientes PTBS-Screening mit hohem Durchsatz erforderlich. In Zusammenarbeit mit mehreren anderen PTBS-Experten und -Institutionen, darunter Dr. Frank Doyle, Dekan der Harvard John A Paulson School für Ingenieurwesen und angewandte Wissenschaften, sowie Dr. Marti Jett vom US Army Medical Research & Development Command, machte sich das NYU-Team daran, ein Screening in Form eines blutbasierten Biomarker-Test zur Diagnose von PTBS bei Veteranen zu entwickeln. Sie rekrutierten dafür 83 Männer mit bestätigter PTBS, die im Irak oder in Afghanistan gedient hatten. Eine gleiche Anzahl von gesunden Kontrollen, die ebenfalls in Kriegsgebieten eingesetzt worden waren, aber kein PTBS hatten, wurde ebenfalls ausgewählt. Die Wissenschaftler testeten fast eine Millionen Biomarker. Mit einer Kombination von Techniken, einschließlich maschinellem Lernen sowie genomischen und molekularen Tests, konnten sie diese schließlich auf 28 Marker eingrenzen, die die Grundlage für einen „PTBS-Bluttest“ bilden könnten. „Diese 28 Marker zeigten eine gute Leistung. Sie konnten genau einordnen, wer in den Irak und nach Afghanistan gereist und mit PTBS zurückgekehrt ist. Dies wurde durch vierstündige klinische Gutachten von Experten bestätigt “, verrät Marmar. Als nächstes stand die Replikation der Arbeit auf dem Programm, bei der der Bluttest bei einer unabhängigen Gruppe von Veteranen angewendet wurde, die anhand des klinischen Standardfragebogens hinsichtlich PTBS bewertet worden waren. Glücklicherweise war die Replikationsstudie ein Erfolg und das Team stellte fest, dass der Bluttest eine Genauigkeit von 77% aufwies. Nach diesen ersten Erfolgen erwägt das US-Verteidigungsministerium sogar den Biomarker-Test nach einer weiteren Validierung als Screening-Tool zu verwenden, um die Merkmale einer unentdeckten PTBS bei Angehörige des Militärs mittels Tests vor und nach ihrem Einsatz zu identifizieren. Es sind jedoch noch weitaus mehr Untersuchungen erforderlich, bevor der Test in der Standardversorgung eingesetzt werden kann. Marmar sagt: „Wir wissen noch nicht, warum diese Biomarker so wichtig sind. Oder warum PTBS zu diesen Änderungen führt. Darüber hinaus wurde das Tool bisher nur bei männlichen Veteranen getestet. Für Frauen oder Männer mit PTBS, die nie in einem Kriegsgebiet waren, könnte es zudem völlig anders sein.“ “Im besten Fall finden wir einige universelle Merkmale, die mit PTBS assoziiert sind und die sowohl bei Männern, Frauen, Veteranen und Zivilisten verwendet werden können. Und vielleicht ist dies sogar irgendwann bei Kindern und Jugendlichen möglichen. Aber um dies zu erreichen bedarf es natürlich noch einiger Forschungen.”
Mehr erfahren zu: "Parkinson: Hautbiopsien ermöglichen Unterscheidung der Body-first- und Brain-first-Subtypen" Parkinson: Hautbiopsien ermöglichen Unterscheidung der Body-first- und Brain-first-Subtypen Parkinson ist nicht gleich Parkinson: Forschende haben mithilfe von Hautbiopsien unterschiedliche Muster von α-Synuclein-Ablagerungen bei Brain-first- und Body-first-Subtypen identifiziert. Die Ergebnisse könnten den Weg zu einer individuelleren Diagnostik und Therapieplanung […]
Mehr erfahren zu: "Forschende erzielen möglichen Durchbruch bei antiviralen Medikamenten" Forschende erzielen möglichen Durchbruch bei antiviralen Medikamenten Eine unerwartete Beobachtung einer Forscherin der University of Queensland (Australien) könnte zu einer neuen Behandlungsmethode für virale Infektionskrankheiten führen – darunter COVID-19, Lungenentzündungen bei Säuglingen oder Ebola.
Mehr erfahren zu: "Erhöhter Behandlungsbedarf bei Pneumonie: Einfacher Blutwert gibt Hinweise" Erhöhter Behandlungsbedarf bei Pneumonie: Einfacher Blutwert gibt Hinweise Marburger Forschende haben einen Weg gefunden, um früher vorhersagen zu können, welche Patienten mit Pneumonie ein höheres Risiko für eine Behandlung auf der Intensivstation haben oder länger im Krankenhaus bleiben […]