Eine zweite Corona-Welle könnte die Mediziner-Ausbildung verzögern11. August 2020 Foto: auremar, AdobeStock Der Medizinische Fakultätentag (MFT) zieht trotz diverser Einschränkungen ein positives Resümee für das Sommersemester 2020. Aber ein weiteres Semester mit eingeschränktem praktischen Unterricht könnte den Studienabschluss vieler zukünftiger ÄrztInnen verzögern. Sowohl in der Humanmedizin wie auch in der Zahnmedizin war das zurückliegende Semester vom umfangreichen Einsatz virtueller Lehr- und Prüfungsformate geprägt. Auch die zahlreichen praktischen Übungen, die im Normalfall am Patientenbett bzw. Behandlungsstuhl oder zum Beispiel in der Ambulanz durchgeführt werden, mussten durch alternative Formate ersetzt werden, berichtet der MFT. Erst gegen Ende des Sommersemesters hätten unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Hygienevorschriften Übungen an und mit Patienten in Kleinstgruppen schrittweise wieder aufgenommen werden können. Trotzdem konnten alle Medizinischen Fakultäten bislang weitestgehend verhindern, dass sich der Studienfortschritt der angehenden ÄrztInnen sowie der zukünftigen ZahnmedizinerInnen erzögert, so die Ergebnisse einer MFT-Umfrage. „Die Medizinischen Fakultäten und ihre Dozierenden haben gemeinsam mit den Fachschaften, den Universitätsleitungen und den Kliniken enorme Anstrengungen unternommen, um das Human- und Zahnmedizinstudium aufrechtzuerhalten. Dabei haben sie sich eng mit den Landesprüfungs- sowie Gesundheitsämtern vor Ort abgestimmt“, so Prof. Matthias Frosch, MFT-Präsident. Für das anstehende Wintersemester haben die Fakultäten laut des MFT umfassende Vorbereitungen getroffen, um den ausgefallenen Unterricht am und mit den Patienten nachzuholen und unter den geltenden Hygienevorschriften fortzuführen. „Das setzt aber ein kontrolliertes Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau voraus, wie wir es im Augenblick haben“, so Frosch weiter. „Kommt im Herbst eine zweite Corona-Welle, die uns erneut zu deutlichen Einschränkungen beim patientennahen Unterricht zwingt, können spürbare Verzögerungen beim Studienfortschritt nicht mehr ausgeschlossen werden. Denn sowohl bei der Qualität der medizinischen Ausbildung als auch bei der Patientensicherheit dürfen wir am Ende keine Kompromisse eingehen.“ Virtuelle Formate und Simulationen sind laut MFT wichtige Bestandteile des Human- und Zahnmedizinstudiums. Sie könnten jedoch nicht langfristig den praktischen Unterricht ersetzen. Vor allem die Erfahrung aus dem Kontakt mit realen PatientInnen bereite die Studierenden auf ihren ersten Arbeitstag vor.
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