Elektronische Patientenakte: Daten werden für die Versorgung immer wichtiger

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Eine Auswertung der letzten zwölf Monate zeigt: Leistungserbringende greifen immer öfter auf die elektronische Patientenakte (ePA) zu, um mit den darin gespeicherten Gesundheitsinformationen zu arbeiten.

Laut der Datenanalyse von Bitmarck, einem IT-Anbieter für die Gesetzlichen Krankenkassen, ist vor allem die Zahl der Dokumenten-Downloads stark gestiegen: von knapp 450.000 Downloads im Juli 2025 auf gut 1,26 Millionen Downloads im Juni 2026 – ein Plus von 180 Prozent. Bei den Uploads sind es 113 Prozent (4,5 Mio im Juni 2026). Bitmarck stellt zusammen mit dem Partner Rise die ePA für 80 Prozent der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Verfügung, deren Daten ausgewertet wurden.

Auch die Abrufe der Medikationsliste sind in zwölf Monaten auf 33 Millionen im Juni 2026 gestiegen (plus 120 Prozent). Die Entwicklung zeigt, dass die Daten in der ePA eine relevante Rolle in der Versorgung spielen. Bei den Logins der Versicherten in ihre ePA ist ein Anstieg von 108 Prozent auf 780.000 Logins im Juni 2026 zu verzeichnen.

 „Die ePA ist im Versorgungsalltag der Ärztinnen und Ärzte angekommen. Wenn sie, wie es die Bundesregierung plant, eine zentrale Rolle in einem Primärversorgungssystem spielen soll, sind Funktionen entscheidend, die auch die aktive Nutzung durch Versicherte fördern. Ein Beispiel sind die jetzt eingeführten Push-Meldungen. Features dieser Art, wie man sie etwa von Banking-Apps gewohnt ist, machen die Akte vom reinen Datenspeicher zur ePA zum Anfassen“, sagt Andreas Strausfeld, Vorsitzender der Bitmarck-Geschäftsführung. Das jüngst verabschiedete GeDIG stelle hier wichtige Weichen – Funktionen wie die eÜberweisung oder die digitale Ersteinschätzung würden die ePA weiter stärken, zeigte er sich überzeugt.

Stärkster Anstieg im Oktober 2025

Der stärkste Anstieg war laut Analyse im Oktober 2025 erkennbar: Seitdem sind Leistungserbringende gesetzlich verpflichtet, die ePA zu nutzen. Entsprechend stieg der Dokumenten-Traffic von September auf Oktober um 45 Prozent (Uploads) und 40 Prozent (Downloads). Auch die Versicherten-Logins machten in diesem Monat einen Sprung von fast 140 Prozent auf 900.000 Logins.

Strausfeld fordert eine Informationskampagne zur ePA, das ihre Nutzung der ePA mit monatlichen Schwankungen nur noch langsam nach oben gehe. Aktuell knapp 800.000 Versicherten-Logins in einem Monat seien zwar „solide, aber da ist noch Luft nach oben“, so Strausfeld und forderte das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, die Vorteile der ePA in der Bevölkerung noch bekannter zu machen.

Neue Features fördern Einbindung Versicherter

Aktuell wurden laut Bitmarck zwei neue Features in die ePA eingeführt, die die Versicherten aktiv einbinden. Zum einen gebe ihnen der digital gestützte Medikationsplan einen vollständigen Überblick über Arzneimittel: rezeptpflichtige Medikamente seien aufgeführt und nicht verschreibungspflichtige Präparate könnten hinzugefügt werden. Zudem bestehe die Möglichkeit, Dosieranweisungen zu verknüpfen, zur richtigen Medikamenteneinnahme. Zum anderen könne die ePA jetzt Push-Nachrichten aufs Smartphone schicken, wenn neue Dokumente eingestellt werden oder Zugriffe auf die Akte erfolgen, berichtet der IT-Dienstleister. Beide Features würden nun schrittweise auch in den Praxisverwaltungssystemen der Leistungserbringenden ausgerollt.

Als weiteres wichtiges Feature kündigt Bitmarck die Volltextsuche zum Jahresende an. Alle in der ePA abgelegten Dokumente könnten dann einfach nach Stichwörtern durchsucht werden, was vor allem Leistungserbringenden die Arbeit mit den Daten in der Akte erleichtert.


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