Endoprothesen: Schneller wieder mobil dank Digitalisierung5. Oktober 2018 Foto: © julianemartens – Fotolia.com Roboterarme, 3-D-Drucker und computerassistierte Planungssysteme sorgen dafür, dass Patienten nach Einsetzten einer Endoprothese immer schneller wieder mobil werden. Telemedizin unterstützt Nachbehandlung und Rehabilitation. Die Digitalisierung ist eines der Kernthemen auf dem DKOU 2018. „Je besser ein Kunstgelenk an die komplexe Anatomie aus Knochen, Gelenkkapsel, Sehnen und Bänder angepasst ist, umso besser sollte es auch funktionieren“, erklärt Prof. Werner Siebert, Kongresspräsident des Deutschten Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2018 für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Bisher mussten Chirurgen dafür eine „konfektionierte“ Prothese einsetzen und relativ viel Knochen entfernen, bis die Endoprothese optimal passte. Heute nutzen Orthopäden und Unfallchirurgen spezielle Schablonen, die für den Patienten individuell angefertigt werden und Planungssysteme, mit denen sie die ideale Lage des Implantats schon vor dem Eingriff bestimmen können. Bessere Endoprothesen durch 3-D-Schablonen und Chirurgie-Roboter Mithilfe von 3-D-Druckern erstellen Spezialisten einen Schnittblock aus Kunststoff in der „Negativform“ des Gelenkes. Dieser wird während der Operation auf die Gelenkoberfläche gesetzt und zeigt dem Operateur die Lage der anatomischen Strukturen an, die für die Positionierung des Implantats wichtig sind. Zusätzlich helfen Roboterarme dem Operateur, die richtige Ausrichtung des Implantats exakt einzuhalten. Dank der Schablone und einer gewebeschonenden Operationstechnik wird während des Eingriffs weniger umliegendes Gewebe beschädigt – der Patient erholt sich dadurch schneller. Noch wichtiger sei aber, dass die maßgeschneiderte Endoprothese hoffentlich länger hält, betont Siebert: „Die meisten Endoprothesen funktionieren dank dieser Methoden hervorragend und geben ihren Trägern die Lebensqualität zurück, die sie vorher nicht mehr hatten.“ Telemedizinische Betreuung in der Rehabilitation Auch für die Genesungsphase nach dem Eingriff bietet die Digitalisierung innovative Lösungen, die derzeit in ersten Ansätzen getestet werden: Telemedizin unterstützt den Rehabilitationsprozess und erlaubt eine Intensivierung, während die Übungen mit telemedizinischen Systemen digital überwacht werden. Wenn der Patient die Übungen nicht korrekt ausführt oder Schmerzen dabei hat, kann er erneut in die Klinik bestellt werden. „Hier gibt es noch viele Möglichkeiten, die Rehabilitation weiter zu verbessern und den Patienten noch schneller mobil zu machen“, sagt Siebert mit Blick auf den DKOU 2018. „Die Endoprothetik ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung die Medizin für den Patienten verbessert“.
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