Entstehung von allergischem Asthma: Molekulare Regulierung pathogener Th2-Zellen untersucht31. März 2025 Foto: © bobex73/stock.adobe.com Zu neuen Therapien gegen allergisches Asthma könnte aktuelle Erkenntnisse von Forschenden führen, die die Rolle des Immunsystems bei solchen Erkrankungen beleuchten. Im Rahmen der Studie wurde die molekulare Regulierung pathogener Th2-Zellen untersucht, die an der Entstehung von allergischen Erkrankungen beteiligt und für eine anhaltende Entzündung der Atemwege verantwortlich sind. Die Untersuchungen an den pathogenen Th2-Zellen führte das Forschungsteam um Dr. Nicole Boucheron und Matarr Khan vom Institut für Immunologie am Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der Medizinischen Universität (MedUni) Wien (Österreich) am Mausmodell für Hausstaubmilbenallergie durch. Im Rahmen der Studie gelang es den Forschenden, zwei Untergruppen pathogener T-Helferzellen vom Typ 2 (Th2-Zellen) in den Lungen zu identifizieren und besser zu definieren. Wie die Analysen zeigten, lösen einige davon (pathogene Effektor-Th2-Zellen) besonders starke Entzündungen aus, indem sie Immunzellen (insbesondere eosinophile Granulozyten) aktivieren. Andere (die Th2-Gewebe-residenten Gedächtniszellen) bleiben über längere Zeit in der Lunge und können die Erkrankung auch dann aufrechterhalten, wenn kein direkter Kontakt mit dem Allergen besteht. Überschießende Immunreaktion gezielt stoppen Die molekulare Regulierung pathogener Effektor-Th2-Zellen und Th2-Gewebe-residenter Gedächtniszellen konnte im Rahmen der Studie genauer bestimmt werden. Ein zentraler Mechanismus zielt dabei auf das Enzym Histon-Deacetylase 1 (HDAC1) ab, wie das Forschungsteam feststellte. Dieses Enzym beeinflusst, welche Gene in einer Zelle aktiv sind. In gesunden Zellen sorgt es dafür, dass entzündungsfördernde Botenstoffe (z.B. Zytokine) nicht in zu großen Mengen gebildet werden. Die Studie zeigte, dass HDAC1 auch für die Entwicklung pathogener Th2-Zellen wichtig ist. Entzündliche Reaktionen in der Lunge setzen Prozesse in der Zelle in Gang, die HDAC1 ausschalten. Dadurch kommt es zu einer unkontrollierten Immunreaktion, die die Entzündung antreibt. „Diese Erkenntnisse haben direkte Auswirkungen auf zukünftige Behandlungsstrategien“, verdeutlicht Studienleiterin Boucheron. Medikamente, die Histon-Deacetylasen hemmen, werden bereits klinisch gegen andere Erkrankungen eingesetzt. Die Studie zeigt deutlich, dass sie für Menschen mit allergischem Asthma nicht geeignet sind, weil sie die Krankheit verstärken könnten. „Künftige Therapien müssen gezielt an den pathogenen Th2-Zellen ansetzen, um die überschießende Reaktion zu stoppen, ohne das Immunsystem zu schwächen“, ergänzt Erstautor Khan. Hausstaubmilben gehören zu den häufigsten Auslösern allergischer Erkrankungen. Schätzungen zufolge sind weltweit bis zu 130 Millionen Menschen betroffen. Besonders schwerwiegend ist allergisches Asthma, bei dem die Entzündung der Atemwege die Atmung massiv einschränken kann. „Unsere Entdeckungen führen zu einem besseren Verständnis der Mechanismen hinter dieser Erkrankung und könnte dazu beitragen, gezielte Therapien gegen Allergien zu entwickeln“, unterstreichen die Studienautoren.
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