ERC Advanced Grant zur Erforschung der Rolle von mikroRNAs bei Atherosklerose24. Juni 2025 Symbolfoto: ©Corona Borealis/stock.adobe.com Der Münchner Prof. Christian Weber erhält bereits zum dritten Mal einen Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC). Mit dem Fördergeld von bis zu 2,5 Millionen Euro geht er der Rolle von mikroRNAs bei Atherosklerose auf den Grund. Weber ist Direktor des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten am Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München sowie Inhaber des Lehrstuhls für Präventive Vaskuläre Medizin und Mitglied im Exzellenzcluster SyNergy. Er konnte bereits nachweisen, dass die mikroRNA miR126-5p vor Atherosklerose schützen kann, indem sie im Zellkern das Enzym Caspase-3 bindet und inaktiviert, welches den programmierten Zelltod einleitet. Damit entdeckte Weber eine völlig neue Funktion von mikro-RNAs, von denen man bis dahin annahm, dass sie typischerweise im Zytoplasma agieren und in einem Silencing-Komplex Boten-RNAs unterdrücken oder abbauen. Vermittelt wird der neue Signalweg durch das RNA-bindende Protein MEX3A, das nun im Fokus von Webers ERC-Projekt MONOFUN-CV steht. In seinem Projekt nimmt Weber MEX3A als Ausgangspunkt, um diese neu entdeckten nichtkanonischen miRNA-Mechanismen mit seinem Team systematisch zu untersuchen. Ziel ist es, die zellspezifischen Funktionen von MEX3A bei der Atherosklerose im Mausmodell zu erforschen sowie in Analogie genetische Risikofaktoren beim Menschen zu identifizieren. Mithilfe verschiedener Screenings wollen die Forschenden weitere miRNAs finden, deren Wirkung durch MEX3A vermittelt wird, sowie andere Proteine, die direkt durch miRNAs reguliert werden, und die strukturellen Mechanismen für die Funktion von MEX3A aufklären. Zu den Zielen des Projekts gehört es auch, die direkten Wechselwirkungen zwischen miR-126-5p und Caspase-3 zu analysieren – inklusive ihrer biologischen Relevanz in vivo – und systematisch nach weiteren funktionellen miRNA-Protein-Paaren zu suchen, die als Vorlage für neuartige RNA-basierte Therapeutika dienen können. Langfristig könnten diese Erkenntnisse neue Einblicke in nicht kanonische Mechanismen von miRNAs ermöglichen und neue therapeutische Ansätze eröffnen – nicht nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für andere Krankheitsbilder.
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