Erhaltung einer Remission bei C. ulcerosa: Was eine Appendektomie plus Standardtherapie leisten kann13. Oktober 2025 Abbildung: © Vadym/stock.adobe.com Der Blinddarm könnte bei Colitis ulcerosa eine immunmodulatorische Rolle spielen. In diesem Zusammenhang wurde eine Appendektomie als potenziell therapeutischer Eingriff zur Aufrechterhaltung einer Remission bei C. ulcerosa vorgeschlagen. Ziel eines internationalen Forschungskonsortiums war es, in einer neuen Studie die klinische Wirksamkeit der laparoskopischen Appendektomie bei der Remissionserhaltung gezielt zu untersuchen. Für die Überlegenheitsstudie ACCURE wurden 201 Patienten mit etablierter C. ulcerosa, die sich in Remission befanden, aber in den vorangegangenen zwölf Monaten wegen eines erneuten Krankheitsschubs behandelt worden waren, nach dem Zufallsprinzip (1:1) entweder einer Appendektomie plus fortgesetzter medikamentöser Erhaltungstherapie (Appendektomie-Gruppe, n=99) oder einer alleinigen Fortsetzung der medikamentösen Erhaltungstherapie (Kontroll-Gruppe, n=98) zugewiesen. Der vordefinierte primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einem Krankheitsrückfall innerhalb eines Jahres. Die Analysen wurden nach dem Intention-to-Treat-Prinzip durchgeführt. Geringere Rezidivrate nach Appendektomie Es zeigte sich, dass die Ein-Jahres-Rückfallrate in der Appendektomiegruppe signifikant niedriger war als in der Kontrollgruppe (36 vs. 56%; relatives Risiko [RR] 0,65; 95%-KI 0,47–0,89; p=0,005; adjustiertes p=0,002). Unerwünschte Ereignisse (UEs) fielen ähnlich aus und traten bei elf Prozent der Patienten in der Appendektomiegruppe swoie bei zehn Prozent in der Kontrollgruppe auf. Bei den UEs, üb die am häufigsten berichtet wurde, handelte es sich um postoperative, vorübergehende, selbstlimitierende abdominale Schmerzen in der Appendektomiegruppe (3 %) und Hautausschlag in der Kontrollgruppe (3 %). In zwei Prozent der Fälle wurde in der Appendektomiegruppe in den resezierten Blinddarmproben zufällig ein niedriggradiges muzinöses Neoplasma des Blinddarms gefunden. Schwerwiegende UEs traten bei zwei Prozent der Patienten auf, die sich einer Appendektomie unterzogen, und bei keinem in der Kontrollgruppe. Es gab keine Todesfälle. Die Forschenden beurteilen daher die Appendektomie als der alleinigen medikamentösen Standardtherapie zur Aufrechterhaltung der Remission bei Patienten mit C. ulcerosa als überlegen. (bi/BIERMANN)
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