Erhöhen persistierende Organochlorverbindungen das Hypertonie-Risiko?

Hypertonie
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Dass persistierende Organochlor-Schadstoffe (POPs) am atherosklerotischen Prozess beteiligt sind und eine Dysfunktion der Endothelzellen auslösen können, ist schon länger bekannt. In einer aktuellen Studie untersuchten Carolina Donat-Vargas vom Stockholmer Karolinska-Institut und ihre Kollegen im Längsschnitt, ob Plasmakonzentrationen verschiedener POPs mit dem Blutdruck und dem Hypertonie-Risiko von Männern und Frauen mittleren Alters assoziiert sind.

In die Studie wurden 850 Teilnehmer des Västerbotten Intervention Programme (VIP) einbezogen. Für diese Personen lagen im Abstand von 10 Jahren 2 Blutproben und Blutdruckmessungen vor, einmal aus dem Zeitraum 1990–2003 (Baseline) und für den Zeitraum 2000–2013 (Nachbeobachtung). Gemessen wurden Dioxinartige und Nicht-Dioxinartige polychlorierte Biphenyle (DL-PCBs, NDL-PCBs) sowie p,p‘-Dichlorodiphenyldichloroethylen (DDE). Die Zusammenhänge beurteilten die Autoren anhand generalisierter Schätzgleichungen. Als die Ausgangs-Blutproben gesammelt wurden, hatten 49 % der Teilnehmer Hypertonie, bei der Nachbeobachtung 64 %.

Wie die Autoren feststellten, waren DL-PCBs und DDE, nicht aber NDL-PCBs oder Hexachlorobenzen, mit Hypertonie assoziiert. Lediglich bei DL-PCBs blieb der Zusammenhang nach der Lipid-Standardisierung und der Adjustierung nach Body-Mass-Index und Gesamtlipiden im Serum signifikant. Die multivariabel adjustierte Odds Ratio für Hypertonie auf Basis wiederholter Messungen lag bei 1,52 (95 %-Konfidenzintervall 1,08–2,13) für DL-PCBs (3. vs. 1. Tertil der Lipid-standardisierten POPs).

In stratifizierten adjustierten Analysen stiegen die Odds Ratios für jene, die nach 1950 geboren worden waren, auf 3,99 (95 %-Konfidenz­intervall 2,15–7,43), während bei den früher Geborenen kein solcher Zusammenhang beobachtet wurde.

Fazit
Die akkumulierte Exposition gegenüber DL-PCBs und DDE (auf der Basis wiederholter Messungen) könnte die normalen Blutdruckwerte beeinträchtigen und die Wahrscheinlichkeit für Hypertonie erhöhen, wenngleich dies bei DDE weniger eindeutig sei, resümieren Donat-­Vargas und ihre Kollegen. Zudem könnten Personen, die in jungen Jahren gegenüber POP exponiert waren, ein erhöhtes Risiko für vaskuläre POP-Effekte haben, schließen sie.

Autoren: Donat-Vargas C et al.
Korrespondenz: Prof. Agneta Åkesson; [email protected]
Studie: Persistent Organochlorine Pollutants in Plasma, Blood Pressure, and Hypertension in a Longitudinal Study
Quelle: Hypertension 2018;71(6):1258–1268.
Web: dx.doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.117.10691