Erhöhte Leberwerte korrelieren mit der Schwere der COVID-19-Erkrankung1. Februar 2021 © shidlovski – stock.adobe.com Bei Lebererkrankungen, insbesondere im Frühstadium, sind die Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion weitgehend unbekannt. Wie wirkt sich also die COVID-19-Erkrankung auf bereits vorbelastete Patienten aus? Eine Metaanalyse untersuchte daher die Prävalenz bereits bestehender chronischer Lebererkrankungen (CLD), die Inzidenz erhöhter Leberwerte und die Ergebnisse von Patienten mit und ohne zugrunde liegender CLD bzw. erhöhten Leberwerten nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Von Dezember 2019 bis April 2020 führte eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe eine umfassende Suche nach CLD oder erhöhten Leberwerten und den Konsequenzen bei COVID-19-Patienten in elektronischen Datenbanken durch. Insgesamt 107 Artikel mit 20.874 Patienten wurden in die systematische Übersicht aufgenommen. Die gepoolte Prävalenz der zugrunde liegenden CLD betrug 3,6% (95%-KI 2,5–5,1) unter den 15.407 COVID-19-Patienten. Die gepoolte Inzidenz erhöhter Leberwerte bei COVID-19 betrug bei Erstvorstellung 23,1% (95%-KI 19,3–27,3). Zusätzlich erhöhten sich bei 24,4% (95%-KI 13,5–40) der Patienten die Leberwerte während der Erkrankung. Die gepoolte Inzidenz von medikamenteninduzierten Leberschäden lag bei 25,4% (95%-KI 14,2–41,4). Die gepoolte Prävalenz von CLD unter 1587 schwer infizierten Patienten betrug 3,9% (95%-KI 3–5,2). Im Vergleich zu Nicht-CLD-Patienten lag das RR für die Entwicklung einer schweren COVID-19-Erkrankung von CLD-Patienten bei 0,81 (95%-KI 0,31–2,09; p=0,67). COVID-19-Patienten mit erhöhten Leberwerten zeigten ein erhöhtes Mortalitätsrisiko (OR 3,46; 95%-KI 2,42–4,95; p<0,001) und ein erhöhtes Risiko für eine schwere Erkrankung (OR 2,87; 95%-KI 2,29–3,6, p<0,001) im Vergleich zu Patienten, die keine erhöhten Leberwerte hatten. Fazit Die Wissenschaftler stellen zusammenfassend fest, dass bei der ersten Vorstellung und während einer fortdauernden COVID-19-Infektion häufig erhöhte Leberwerte nachgewiesen werden konnten. Das Ausmaß der erhöhten Leberwerte korreliere mit der Schwere der COVID-19-Erkrankung. Weitere Studien seien aber erforderlich, um die Ergebnisse für kompensierte und dekompensierte Lebererkrankung zu analysieren. (bi) Autoren: Kulkarni AV et al. Korrespondenz: Anand V. Kulkarni; [email protected] Studie: Systematic review with meta-analysis: liver manifestations and outcomes in COVID-19 Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2020;52(4):584–599. Web: https://doi.org/10.1111/apt.15916
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