Erhöhtes Psoriasis-Risiko bei langfristiger Exposition gegenüber Luftschadstoffen22. Juni 2025 © RFBSIP – stock.adobe.com (Symbolbild) Luftverschmutzung erhöht das Psoriasis-Risiko – besonders bei genetischer Vorbelastung. Eine große Kohortenstudie zeigt: Je höher Schadstoff- und Risiko-Score, desto größer die Gefahr. Luftschadstoffe und genetische Risikofaktoren tragen zum Auftreten und Fortschreiten von Psoriasis bei. Unklar ist, inwieweit die genetische Suszeptibilität die Effekte von Luftschadstoffen auf das Psoriasis-Risiko modifiziert. Ziel einer prospektiven Kohortenstudie aus China war es daher, den Zusammenhang zwischen einer kombinierten Exposition gegenüber multiplen Luftschadstoffen und dem Psoriasis-Risiko sowie der Modifikation dieses Effekts durch die genetische Suszeptibilität zu untersuchen. Das Ergebnis: Die langfristige Exposition gegenüber Luftschadstoffen ist positiv mit einem erhöhten Psoriasis-Risiko assoziiert. Dies gilt insbesondere für Personen mit hoher genetischer Prädisposition. Um Psoriasis vorzubeugen, seien umfassende Maßnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffbelastung erforderlich, schlussfolgern die chinesischen Autoren. Die Studie umfasste 451.064 Teilnehmer der UK Biobank mit vollständigen Luftschadstoffdaten und ohne Psoriasis zu Studienbeginn. Die Rekrutierung erfolgte zwischen 2006 und 2010, das Follow-up erstreckte sich bis 2022. Mit einem Luftschadstoff-Score (APS) bewerteten die Forschenden die kombinierte Exposition gegenüber Feinstaub (PM) mit Durchmessern ≤2,5 µm (PM2,5), 2,5–10 µm (PM2,5−10) und ≤10 µm (PM10) sowie Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffoxide (NOx). Der genetische Risikoscore (PRS) für Psoriasis basierte auf polygenen Varianten. Mithilfe von Cox-Proportional-Hazards-Modellen wurde der Zusammenhang zwischen Luftschadstoffen, genetischem Risiko und Psoriasis-Inzidenz ausgewertet. Stratifizierte Analysen berücksichtigten zudem individuelle Merkmale. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13,79 (0,00–16,81) Jahren traten 4414 Psoriasis-Neuerkrankungen auf. Die HR für Psoriasis betrugen 1,036 (95%-KI 0,936–1,147), 1,091 (95%-KI 0,987–1,206), 1,159 (95%-KI 1,048–1,283) und 1,163 (95%-KI 1,052–1,286) in den höheren APS-Quintilen (Q2, Q3, Q4, Q5) vs. niedrigstes Quintil (Q1; pTrend<0,05). Bei hohem PRS und hohem APS war das Psoriasis-Risiko am stärksten erhöht (HR 1,962; 95 %-KI 1,630–2,362) vs. niedriges PRS/APS. Für das höchste Expositionslevel und genetische Risiko ergaben sich folgende HR: PM2,5−10 (1,831; 95%-KI 1,537–2,181), NOx (1,722; 95%-KI 1,431–2,073), PM2,5-Absorption (1,698; 95%-KI 1,416–2,037), PM2,5 (1,619; 95%-KI 1,353–1,938), NO2 (1,504; 95%-KI 1,252–1,806) und PM10 (1,425; 95%-KI 1,192–1,704). (ins)
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