Erhöhtes Psoriasis-Risiko bei langfristiger Exposition gegenüber Luftschadstoffen

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Luftverschmutzung erhöht das Psoriasis-Risiko – besonders bei genetischer Vorbelastung. Eine große Kohortenstudie zeigt: Je höher Schadstoff- und Risiko-Score, desto größer die Gefahr.

Luftschadstoffe und genetische Risikofaktoren tragen zum Auftreten und Fortschreiten von Psoriasis bei. Unklar ist, inwieweit die genetische Suszeptibilität die Effekte von Luftschadstoffen auf das Psoriasis-Risiko modifiziert. Ziel einer prospektiven Kohortenstudie aus China war es daher, den Zusammenhang zwischen einer kombinierten Exposition gegenüber multiplen Luftschadstoffen und dem Psoriasis-Risiko sowie der Modifikation ­dieses Effekts durch die genetische Suszeptibilität zu untersuchen.

Das Ergebnis: Die langfristige Exposition gegenüber Luftschadstoffen ist positiv mit einem erhöhten Psoriasis-Risiko assoziiert. Dies gilt insbesondere für Personen mit hoher genetischer Prädisposition. Um Psoriasis vorzubeugen, seien umfassende Maßnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffbelastung erforderlich, schlussfolgern die ­chinesischen Autoren.

Die Studie umfasste 451.064 Teilnehmer der UK Biobank mit vollständigen Luftschadstoffdaten und ohne Psoriasis zu Studienbeginn. Die Rekrutierung erfolgte zwischen 2006 und 2010, das Follow-up erstreckte sich bis 2022. Mit einem Luftschadstoff-Score (APS) bewerteten die Forschenden die kombinierte Exposition gegenüber Feinstaub (PM) mit Durchmessern ≤2,5 µm (PM2,5), 2,5–10 µm (PM2,5−10) und ≤10 µm (PM10) sowie Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffoxide (NOx). Der genetische Risikoscore (PRS) für Psoriasis basierte auf polygenen Varianten. Mithilfe von Cox-Proportional-Hazards-Modellen wurde der Zusammenhang zwischen Luftschadstoffen, genetischem Risiko und Psoriasis-Inzidenz ausgewertet. Stratifizierte Analysen berücksichtigten zudem individuelle Merkmale.

Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13,79 (0,00–16,81) Jahren traten 4414 Psoriasis-Neuerkrankungen auf. Die HR für Psoriasis betrugen 1,036 (95%-KI 0,936–1,147), 1,091 (95%-KI 0,987–1,206), 1,159 (95%-KI 1,048–1,283) und 1,163 (95%-KI 1,052–1,286) in den höheren APS-Quintilen (Q2, Q3, Q4, Q5) vs. niedrigstes Quintil (Q1; pTrend<0,05). Bei hohem PRS und hohem APS war das Psoriasis-Risiko am stärksten erhöht (HR 1,962; 95 %-KI 1,630–2,362) vs. niedriges PRS/APS. Für das höchste ­Expositionslevel und genetische Risiko ergaben sich folgende HR: PM2,5−10 (1,831; 95%-KI 1,537–2,181), NOx (1,722; 95%-KI 1,431–2,073), PM2,5-Absorption (1,698; 95%-KI 1,416–2,037), PM2,5 (1,619; 95%-KI 1,353–1,938), NO2 (1,504; 95%-KI 1,252–1,806) und PM10 (1,425; 95%-KI 1,192–1,704). (ins)