ESE und DGE: Forderungen an die Politik zum Schutz der Hormongesundheit18. April 2024 Foto: © Kristina/stock.adobe.com Anlässlich des 3. European Hormone Day am 24. April 2024 stellen die European Society of Endocrinology (ESE) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE) in einer aktuellen Pressemitteilung Forderungen an die Politik. Hormone beeinflussen sich wechselseitig und steuern verschiedenste Körpervorgänge. „Diese feine Balance ist heute jedoch permanent bedroht“, berichtet Professor Stephan Petersenn, Pressesprecher der DGE. „Dazu trägt zum einen unser moderner Lebensstil bei, der mit wenig Bewegung und reichlicher, oft stark verarbeiteter Nahrung einhergeht. Zum anderen gelangen bereits seit Jahrzehnten hormonaktive Substanzen in die Umwelt, die die Wirkung der körpereigenen Hormone blockieren oder verstärken können“, fügt er hinzu. Diese Substanzen, zu denen etwa Weichmacher aus Kunststoffen oder Konservierungsstoffe aus Kosmetika zählen, seien zudem oft sehr stabil und reicherten sich sowohl in der Umwelt als auch im Körper an. „So wurden etwa erst kürzlich im Rahmen der 6. Deutschen Umweltstudie in einem hohen Anteil kindlicher Urinproben besorgniserregende Mengen von Mono-n-hexyl-phthalat entdeckt (2) –das Abbauprodukt eines Weichmachers, der in der EU bereits seit zehn Jahren verboten ist“, berichtet Petersenn. Kritik an ausufernder Bürokratie Die DGE nutzt den Aktionstag daher, um politische Forderungen nach einem besseren Schutz für die hormonelle Gesundheit zu erneuern: „Zentral ist dabei ein möglichst weitgehendes Verbot von hormonaktiven Substanzen in Kosmetika, Lebensmitteln, Verpackungen, Spielzeugen oder anderen Gegenständen, die zu einer Belastung der Umwelt oder des Menschen führen können“, betont der Endokrinologe. Außerdem fordert die Fachgesellschaft die zuständigen Stellen dazu auf, die Rahmenbedingungen der Forschung zu hormonell bedingten Erkrankungen und ihrer Therapie zu verbessern. Ausufernde Bürokratie, sowie die immer größeren Schwierigkeiten, hierfür unerlässliche Tierversuche durchzuführen, seien hier die größten Herausforderungen. Diagnose oft durch einfache Blutuntersuchungen möglich „Unerklärliche Gewichtsschwankungen, ein veränderter Appetit, Kälteempfindlichkeit, brüchige Haare und Nägel, trockene Haut, Erschöpfung, depressive Verstimmung oder starker Durst – all diese Symptome können auf eine hormonelle Erkrankung hindeuten“, erläutert Petersenn und fährt fort: „Auch eine sehr frühe oder verspätet einsetzende Pubertät zählen dazu, bei Erwachsenen auch Unfruchtbarkeit, ein Verlust der Libido oder Unregelmäßigkeiten beim Menstruationszyklus.“ Wer eines oder mehrere dieser Symptome an sich beobachtet, sollte unbedingt endokrinologischen Rat einholen. Oft ist es schon mithilfe eines einfachen Bluttests möglich, hormonelle Störungen zu erkennen oder auszuschließen, heißt es. Durch einen gesunden Lebensstil Hormongesundheit bewahren „Wir hoffen, dass der European Hormone Day dazu beiträgt, das Bewusstsein für hormonelle Erkrankungen zu schärfen und Prävention, Früherkennung und Therapie zu verbessern“, so der DGE-Präsident Professor Jan Tuckermann, Direktor des Instituts für molekulare Endokrinologie der Tiere an der Universität Ulm.
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